{"id":3817,"date":"2009-09-13T19:36:07","date_gmt":"2009-09-13T17:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/realvinylz.net\/?p=3817"},"modified":"2015-05-09T14:39:23","modified_gmt":"2015-05-09T12:39:23","slug":"tag-10-bis-13-syrian-border-crossing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/realvinylz.net\/?p=3817","title":{"rendered":"Von Istanbul nach Beirut \u2013 Tag 10 bis 13: Syrian Border Crossing"},"content":{"rendered":"<p>Einige von euch haben es vielleicht schon geahnt, die WiFi-Dichte in Syrien ist nicht wirklich vergleichbar mit der in der T\u00fcrkei, um nicht zu sagen: Es gibt keins. Zumindest nicht in Aleppo. Doch wollen wir am Anfang beginnen:<\/p>\n<p>Nachdem ich morgens meinen Rucksack gepackt hatte, chillte ich noch ein wenig im Bayrams und fuhr dann mit Ural in seinem Auto zur\u00fcck zu dem Roadhouse, an dem die Minibusse abfahren. Ein solcher fuhr mich zur\u00fcck nach Antalya und dort bestieg ich um 17 Uhr einen Bus nach Antakya (Hatay).<\/p>\n<p>Ich weiss garnicht ob ich schon \u00fcber das t\u00fcrkische Servicepersonal in den Ueberlandbussen gesprochen habe, aber es ist eine Welt f\u00fcr sich. Es scheint so etwas wie einen Kapit\u00e4n (Busfahrer), den ersten und den zweiten Offizier zu geben. Der erste Offizier macht nicht viel Erkennbares, ausser sich um das Gep\u00e4ck zum k\u00fcmmern und eventuell ab und zu eine Frage der Fahrg\u00e4ste zu beantworten. Der zweite Offizier schenkt Wasser, Kaffee und Tee in be\u00e4ngstigender Regelm\u00e4ssigkeit aus und serviert &#8211; je nach Buslinie &#8211; Br\u00f6tchen, Kuchen und Erfrischungst\u00fccher. Dabei scheut er auch nicht davor zur\u00fcck Menschen aufzuwecken, die gerade friedlich eingeschlummert sind (um vier Uhr morgens) oder erneut hartn\u00e4ckig nachzufragen, wenn man &#8218;Nein&#8216; gesagt hat. Auch ist es die Aufgabe des zweiten Offiziers den Busfahrer bei Laune zu halten &#8211; ich denke, das ist der Karriereleiter im Busunternehmen dienlich. Die oberste Stufe an Bord ist der Busfahrer, von dem man nicht viel sieht oder h\u00f6rt und der meines Erachtens einen guten Job macht.<\/p>\n<p>Sehr anstrengend sind die vielen Zwischenstops an Servicestationen, wo alle Fahrg\u00e4ste von Bord gehen und zwanzig Minuten rumstehen. Da ich die t\u00fcrkischen Ansagen nicht verstehen kann, wusste ich eben nie, ob ich Zeit habe auf&#8217;s Klo zu gehen oder nicht. Einmal ist der Bus sogar verschwunden &#8211; ich nehme an zum Tanken &#8211; und an einem v\u00f6llig anderen Gate in einer riesigen Busstation in Konya wieder aufgetaucht. Gott sein Dank hatte ein junger T\u00fcrke Mitleid mit mir und hat mich dorthin begleitet. Sp\u00e4\u0646testens in Konya habe ich dann das MiddleEast-Rauchen wieder angefangen, anders h\u00e4lt man das Warten und Bangen auf den Transportroute n\u00e4mlich nicht aus.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n21 Stunden nach meinem Aufbruch in Olympos befand ich mich dann in Antakya, wurde in einen anderen Bus umgeladen, der erstmal zwei Stunden rumstand und der mich und zwei andere Europ\u00e4er aus UK zur syrischen Grenze brachte. Circa 150 LKWs standen in einer Reihe zur Abfertigung und es scheint es kann Tage dauern, bis alle nach Syrien k\u0650nnen. Meine Bef\u00fcrchtungen bez\u00fcglich strenger Kontrollen und Nachfragen an der Grenze erwiesen sich als unbegr\u00fcndet, der Busfahrer erledigte die Formalit\u00e4ten und ich stand mit Aby &#8211; einer jungen Frau aus London &#8211; in der Sonne rum. V\u00f6llig verstrahlt landete ich dann um 12 Uhr mittags in Aleppo, verschlang ein halbes H\u00e4hnchen in einer dreckigen Strassenbude (noch ist Ramazaan und wenige L\u00e4den haben mittags ge\u00f6ffnet), schleppte mich in das National Museum, aber fiel dann erstmal ins Koma.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/davidaleppo.jpg\"><\/center><\/p>\n<p>Abends in Aleppo traf ich mich mit Aby und Dan am Clocktower und wir assen f\u00fcrstlich in einem Restaurant namens Abou al-Nawas. Der Chef hat uns alle mit in die K\u00fcche genommen, damit wir uns aus den T\u00f6pfen unser Men\u00fc zusammenstellen konnten. Nach einem kurzen Spaziergang in den Souqs ist Dan dann in einem Hammam verschwunden und Aby und ich haben in einem Caf\u00e9 bis tief in die Nacht Nargileh (Sheesha) geraucht und Tee getrunken.<\/p>\n<p><center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/citadel.jpg\"><\/center><br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/citadelentrance.jpg\"><\/center><br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/citadelgate.jpg\"><\/center><br \/>\n<center><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/innercitadel.jpg\"><\/center><\/p>\n<p>Gestern stand dann die Zitadelle und das Christian Quarter auf dem Programm, es ist sehr heiss und sp\u00e4testens um vier Uhr fand ich mich zum Mittagsschlaf wieder im Hotel. Abends haben uns dann die netten Jungs aus Abys Hostel zum Essen eingeladen und ich musste die Inquisition durchstehen, als ich nach meiner Frau befragt wurde. Ich hatte mal wieder vergessen, dass es sowas wie ein &#8218;girl friend&#8216; ja nicht gibt hier, zumindest nicht im Kopf meines Gespr\u00e4chpartners. Also: Meine Frau Marie ist auf einem Kreuzfahrtschiff, aber wir treffen uns bald wieder. Danach wollte ich mit Aby wieder Nargileh rauchen gehen, wir blieben allerdings nicht lange alleine, da ein Verehrer von Aby stundenlang nicht von unserer Seite wich und uns (oder vielmehr ihr) unbedingt die Stadt zeigen wollte. Nach mehreren erfolglosen Versuchen Aby mit zu seiner Familie zu nehmen &#8218;You could sleep side to side with my mother&#8216; gab er schliesslich auf und verzog sich. Ich brachte Aby noch zum Hostel und ging meiner Wege.<\/p>\n<p>Kurz entschlossen habe ich dann heute morgen Aleppo verlassen, zusammen mit Bert aus Belgien und w\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Riad Hotel in Hama und chille. Gleich werde ich mir noch ein wenig die Stadt ansehen und morgens geht es auf Tagestour nach Apamea und Crac de Chevaliers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige von euch haben es vielleicht schon geahnt, die WiFi-Dichte in Syrien ist nicht wirklich vergleichbar mit der in der T\u00fcrkei, um nicht zu sagen: Es gibt keins. Zumindest nicht in Aleppo. 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