{"id":4755,"date":"2006-04-20T22:41:14","date_gmt":"2006-04-20T20:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/realvinylz.net\/?p=4755"},"modified":"2015-06-07T16:41:52","modified_gmt":"2015-06-07T14:41:52","slug":"marokko-2006-tag-1-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/realvinylz.net\/?p=4755","title":{"rendered":"Von K\u00f6ln nach Merzouga (und zur\u00fcck) &#8211; Tag 1 bis 4"},"content":{"rendered":"<p><strong>Reiseroute:<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nK\u00f6ln<\/strong> &#8211; Port-la-Nouvelle &#8211; Granada &#8211; Tanger &#8211; Martil &#8211; Et-Tleta-de-Oued-Laou &#8211; Chefchaouen &#8211; Ain-Dorij &#8211; F\u00e8s &#8211; Ifrane &#8211; Azrou &#8211; Errachidia &#8211; Meski &#8211; Erfoud &#8211; Rissani &#8211; <strong>Merzouga<\/strong> &#8211; Tinherhir &#8211; Ait-Hani &#8211; Boulmane-de-Dades &#8211; El-Kel\u00e2a-M&#8217;Gouna &#8211; Ouarzazate &#8211; Tifnite &#8211; Sidi Ifni &#8211; Guelmim &#8211; Bou Jerif &#8211; Plage Blanche &#8211; Tiznit &#8211; Marrakesch &#8211; Tanger &#8211; Alicante &#8211; Barcelona &#8211; <strong>K\u00f6ln<\/strong><\/p>\n<p><strong>Soundtrack:<\/strong><\/p>\n<p>Bloc Party &#8211; Silent Alarm Remixes<br \/>\nSuperpitcher &#8211; Today<br \/>\nSolid Steel Sessions &#8211; Mr. Scruff<br \/>\nSwayzak &#8211; Route De La Slack<br \/>\nJustus Koehncke &#8211; Was Ist Musik?<br \/>\nErobique Live in Hamburg 2004<br \/>\nJack Johnson &#8211; In Between Dreams<\/p>\n<p><strong>Tag 1<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Tag der Marokko-Tour stand ganz unter dem Motto &#8222;Mensch gegen Maschine&#8220;, was dem neuen elektronischen Spielzeug von Stefan geschuldet war, welches mit einer sexy Frauenstimme den Weg ansagen kann. Zun\u00e4chst erlebten wir aber das seltene Vergn\u00fcgen den Anfang eines Autobahnstaus mitzuerleben, denn zumindest ich hatte mich immer gefragt wie es eigentlich am Anfang eines Staus aussieht. Jetzt wei\u00df ich es: Ein Caminganh\u00e4nger ger\u00e4t ins Taumeln, dreht sich um 180 Grad und bleibt dann halb schr\u00e4g auf der Autobahn stehen. F\u00fcnf nette Franzosen springen aus ihren Autos und versuchen das Ding schnell von der Autobahn zu schieben. Ihre Autos blockieren die herbeieilenden Sapeur-Pompiers und w\u00e4hrend diese zu dritt das blutende Knie eines Kindes versorgen, bremsen die restlichen Schaulustigen den Verkehr ab.<\/p>\n<blockquote><p> Unseren Navi lies das kalt. SIE bereitete ihren ersten diabolische Schachzug in Lyon vor. Und zwar entschied das Ding, das wir keinesfalls nach Orange-Marseille weiterwollen, sondern in das Zentrum von Lyon.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich kannte die Strecke jedoch sehr gut und musste gegen die beiden Technokraten Guido und Stefan anschreien, die unbedingt ins Stadtzentrum wollten, weil ein Navi immer recht hat. Das Ergebnis: Wir nahmen direkt Kurs auf die Leitplanke in der Mitte der Strassenbiegung und im letzten Moment riss Guido das Steuer in Richtung Orange-Marseille. Eine halbst\u00fcndige Diskussion \u00fcber ausgerechnet meine krankhafte Technikfeindlichkeit entbrannte. Die Strecke Lyon-Nimes verlief relativ ereignislos und kurz vor Perpignan entschieden wir in Port-la-Nouvelle zu \u00fcbernachten. Von dem sanften Tuckern eines Dieselmotors &#8211; der wohl die Stadionflutlichtbeleuchtung die auf unseren Bus strahlte mit Strom versorgte -, &#8222;gelegentlich&#8220; vorbeip\u00f6tternden Mopeds und \u00f6ligem Miesmuschelgeruch wurden wir in den Schlaf &#8222;gewiegt&#8220;.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Tag 2<\/strong><\/p>\n<p>Schnell weiter nach Granada. Dachten wir &#8230; Allerdings stellten wir kurz hinter Perpignan fest, dass unsere Wasserpumpe gar nicht funktionierte, als wir den vermeintlich leeren Tank bef\u00fcllen wollten und pl\u00f6tzlich eine Wasserlache in den Bus sickerte. Irgendwelche Schl\u00e4uche lagen frei im Bus herum. Stefan und Guido fummelten fachm\u00e4nnisch daran herum, w\u00e4hrend ich nach jungen Franz\u00f6sinnen Ausschau hielt. Bei der Reparatur gingen zwei Schlauchschellen &#8211; oder wie das Zeug heisst &#8211; kaputt und ich rettet meinen Ruf indem ich kurzerhand eine Schelle an der Luftdruckpr\u00fcfstation der Tankstelle abmontierte und so die Pumpenreparatur zum Abschluss brachte.<\/p>\n<blockquote><p>Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen &#8222;Affen&#8220; bekam, wollte ich die Beruhigungsmittel, die mit Frau K. vor der Abfahrt zusteckte &#8211; und die eigentlich f\u00fcr Flugreisen gedacht waren- , mal ausprobieren &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Unter 1 1\/2 von den Dingern tat sich nix, au\u00dfer dass mir der Verlauf der Reise bis Valencia unter dem diesigen Himmel Ostspaniens erstaunlich egal war. Kurz vor Lorca besann ich mich dann doch nochmal auf meine Kerntugend, kaufte zwei Heineken und \u00fcbereredete unsere Navi-Zicke uns an einen Stausee in der N\u00e4he von Baza zu bringen, an dem wir dann auf einer stockdunklen Schotterpiste mit Blick auf ein beschauliches Umspannwerk unser Lager aufschlugen.<\/p>\n<p><strong>Tag 3 und 4<\/strong><\/p>\n<p>Kurzfristig haben wir uns entschlossen in Granada die Alhambra oder &#8211; wie ich es nannte &#8211; das &#8222;Ford Granada&#8220; anzuschauen. Leider nahmen uns die tausende Oma-Touristenbusse schnell die Lust. Ein kurzer Stadtbummel und dann weiter nach Algeciras zu der F\u00e4hre die uns auf den afrikanischen Kontinent bringen soll. Entlang der spanischen K\u00fcstenstrasse gibt es zahlreiche Tankstellen an denen die F\u00e4hrgesellschaften Tickets nach Tanger und Ceuta verkaufen. Es lohnt sich hier mal nach Promotionaktionen der Gesellschaften zu schauen. Wir zahlten fast 100 Euro weniger als gedacht. Algeciras-Tanger hin und zur\u00fcck 265 Euro f\u00fcr drei Personen und einen Campingbus. Die Nacht auf einem sauteuren spanischen Campingplatz ist nicht weiter erw\u00e4hnenswert, wohl aber der morgendliche Dialog mit deutschen Touristen, die mich wiederholt fragten ob wir &#8222;koa Wind&#8220; dabei h\u00e4tten und es nicht fassen konnten das wir &#8222;ohne Wind nach Marokko&#8220; fahren. Sp\u00e4ter fand ich heraus, dass sie Surfbretter meinten &#8230;<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-4755 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/2295-tanger-bla-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/realvinylz.net\/wp-content\/uploads\/2296-algeciras-bla-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Die F\u00e4hre nach Tanger ist in der Regel unp\u00fcnktlicher als die nach Ceuta, braucht laut Fahrplan 2 1\/2 Stunden und in Wahrheit knapp 3 1\/2, ist aber deutlich billiger. Nach drei Stunden Fahrt sahen wir Tanger am Horizont: Der afrikanische Kontinent, wir hatten ihn erreicht. Ein L\u00e4rm von Tr\u00f6ten und Sirenen drang auf uns ein, die Sonne stand schon tief und ein Gewusel von Leuten war erkennbar. <\/p>\n<blockquote><p>Ich war mehrmals vor Tanger; den Einreiseformalit\u00e4ten und den sogenannten Guides gewarnt worden, von so unterschiedlichen Pers\u00f6nlichkeiten wie William S. Burroughs in &#8222;Naked Lunch&#8220; und Daniel C., einem Marokkokenner, der noch heute Bauchschmerzen bekommt, wenn er an Tanger denkt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es war jedoch halb so schlimm: Die F\u00e4hrgesellschaft hatte uns schon Einreiseformulare gegeben die wir ausgef\u00fcllt hatten. Diese gibt man zusammen mit den Reisep\u00e4ssen dem putzig uniformierten Grenzbeamten und man bekommt einen Einreisestempel. Danach wird eine Fahrzeugeinfuhrgenehmigung ausgef\u00fcllt &#8222;La carte vert&#8220; die man sehr oft braucht. Ein netter kleiner Beamter brachte uns zur Polizei, die registrierte unser Fahrzeug und dann mussten wir fuer 870 Dirham ~ ca. 76 Euro eine Marokkofahrzeughaftpflicht abschliessen. Nach der l\u00e4ppischen Frage nach zu verzollenden Sachen &#8222;Vous avez pistolas?&#8220; gefolgt von einem Lachen, durften wir weiter.<\/p>\n<p>\nF\u00fcr einen der Europa noch nie verlassen hat ist Tanger ein Schock. Hunderte von Menschen rennen ohne zu gucken \u00fcber die Stra\u00dfe, schreien in ihr Handy, diskutieren laut mit der Polizei oder wuseln in Caf\u00e9s rum. Aufgehetzt vom unserem Buchreisef\u00fchrer machten wir, dass wir aus Tanger wegkamen, auf nach Tetouan und zu einem Campingplatz in Martil, wo wir freundlich empfangen wurden. <\/p>\n<blockquote><p>Mustafa, der W\u00e4chter der Strandpforte und Fan von Pierre Littbarski, wurde schnell mein Kumpel und wir debattierten auf Franz\u00f6sich \u00fcber mauretanische Fl\u00fcchtlinge, Marokko an sich und die Weiber.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dabei hielt er mich wohl f\u00fcr ein bischen doof, da er mir mehrmals erklaerte wo Nordafrika und Europa liegen, unbeachtet der Tatsache, dass wir es ja auch ohne ihn nach Marokko geschafft hatten. Die philosophische Einsicht, die er mir am Strand mit auf den Weg gab war folgende: Eine Frau und Kinder, dass w\u00e4re was Feines, aber irgendwie auch ein Kreuz, wobei er sehns\u00fcchtig auf den Horizont schaute und Fortuna rauchte &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reiseroute: K\u00f6ln &#8211; Port-la-Nouvelle &#8211; Granada &#8211; Tanger &#8211; Martil &#8211; Et-Tleta-de-Oued-Laou &#8211; Chefchaouen &#8211; Ain-Dorij &#8211; F\u00e8s &#8211; Ifrane &#8211; Azrou &#8211; Errachidia &#8211; Meski &#8211; Erfoud &#8211; Rissani &#8211; Merzouga &#8211; Tinherhir &#8211; Ait-Hani &#8211; Boulmane-de-Dades &#8211; El-Kel\u00e2a-M&#8217;Gouna &#8211; Ouarzazate &#8211; Tifnite &#8211; Sidi Ifni &#8211; Guelmim &#8211; Bou Jerif &#8211; Plage Blanche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1833,1842,1775],"tags":[2060],"class_list":["post-4755","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archive","category-marokko","category-travel","tag-marokko"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4755"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6972,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4755\/revisions\/6972"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}