{"id":6163,"date":"2015-03-03T15:15:55","date_gmt":"2015-03-03T14:15:55","guid":{"rendered":"http:\/\/realvinylz.net\/?p=6163"},"modified":"2015-03-04T11:40:25","modified_gmt":"2015-03-04T10:40:25","slug":"die-massnahme-der-erste-akt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/realvinylz.net\/?p=6163","title":{"rendered":"Die Ma\u00dfnahme &#8211; Der erste Akt"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich entschlossen ein paar besondere Inhalte auf <strong>realvinylz.net<\/strong> online zu stellen &#8211; allerdings nur f\u00fcr Mitglieder. <\/p>\n<blockquote><p>Mitglied bei <strong>realvinylz.net<\/strong> kann jede(r) werden, der\/die seinen\/ihren Namen und e-mail Adresse hinterl\u00e4sst. Die e-mail Adresse werde ich dazu verwenden alle Jubeljahre einen <strong>Newsletter<\/strong> zu schicken, in dem ich auf aktuelle <strong>eBook-<\/strong> oder <strong>Printver\u00f6ffentlichungen<\/strong> von mir hinweise.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Was haben Mitglieder davon?<\/strong><\/p>\n<p>Mitglieder k\u00f6nnen ganze Texte (Manuskripte, Drehb\u00fccher, Theaterst\u00fccke) umsonst und vor einer regul\u00e4ren Ver\u00f6ffentlichung lesen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sie auch kommentieren und Verbesserungsvorschl\u00e4ge geben. <\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00bbDie Ma\u00dfnahme\u00ab<br \/>\n<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Den Anfang macht das Hartz IV-Theaterst\u00fcck \u00bbDie Ma\u00dfnahme\u00ab, angelegt f\u00fcr 5 Hauptrollen (2 weiblich, 3 m\u00e4nnlich) und eine Nebenrolle (m\u00e4nnlich).<\/p>\n<p><strong>1. ANKUNFT<\/strong><\/p>\n<p>Ein leerer Raum, eine Schiefertafel auf der linken B\u00fchnenseite, daneben ein Overheadprojektor, ein schwarzer Plastikpapierkorb und ein ein typischer Schulzubeh\u00f6r-CD-Player. Vier in Zweierpaaren aufgestellte Schultische und St\u00fchle, ein Dozententisch. An der Hinterwand befindet sich ein Fenster mit runtergelassenen Jalousien. Tageslicht scheint durch. Die T\u00fcr befindet sich am rechten B\u00fchnenrand. Man h\u00f6rt sanfte, meditative Panfl\u00f6tenmusik.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEine m\u00e4nnliche Person in den mittleren Vierzigern (Thorsten) in speckiger Jeans und \u00bbschickem\u00ab C&#038;A-Hemd tritt auf. Er tr\u00e4gt einen billligen, schwarzen Lederaktenkoffer in dem die Stullendose klappert. Thorsten sieht sich genervt um, w\u00e4hlt dann den Platz rechts-hinten. Er legt den Aktenkoffer auf den Tisch, setzt sich umst\u00e4ndlich, \u00f6ffnet den Aktenkoffer und entnimmt ihm eine Stullendose und eine 0,5l-Kaffekanne. Er gie\u00dft sich einen Deckel voll Kaffee ein und \u00f6ffnet die Stullendose. Linkisch fingert er eine Graubrotstulle mit Cervelatwurst aus der Dose und mampft los. Eine weibliche Person Ende Drei\u00dfig (Angela), attraktiv, stilbewusst, mit Jeans und Blazer, aber sehr fraulich, militant-offene Mimik und Gestik, tritt auf. Sie sieht Thorsten und gr\u00fc\u00dft freundlich.<\/p>\n<p>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbGuten Morgen.\u00ab<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> (barsch) \u00bbMorgen!\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbNa, da sind sie ja der erste heute morgen \u2026\u00ab (geht auf ihn zu, streckt freundlich die Hand aus) \u00bbAngela Pfeiffer, ich bin die Leiterin der Ma\u00dfnahme.\u00ab<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> (erwidert den H\u00e4ndedruck notgedrungen) \u00bbNa, is ja nich&#8216; schlimm \u2026 Matuschke mein Name \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbIch werd&#8216; es gleich nochmal vor der Klasse sagen, aber ich f\u00e4nde es sch\u00f6n wenn wir die Abmachung treffen, dass im Kursraum nichts gegessen wird. Wir werden zwischendurch genug Pausen machen und ich lade sie herzlich dazu ein dann etwas zu essen, nicht?\u00ab<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> (h\u00f6rt auf zu kauen) \u00bbDit f\u00e4ngt ja jut an&#8230; Ick kau ja nich&#8216; mit den Ohren, oder wat is ihr Problehm?\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (offen, legt die H\u00e4nde spitz aneinander, erst zeigen die Fingerspitzen nach oben, dann auf Thorsten) \u00bbEs geht weniger um das Zuh\u00f6ren als darum, dass wir eine \u2026\u00ab (hier \u00f6ffnet sie die H\u00e4nde und zeigt Thorsten ihre offenen Handfl\u00e4chen) \u00bbangenehme, offene und konzentrierte Arbeitsatmosph\u00e4re schaffen. Wir haben ja auch viel vor in den n\u00e4chsten Wochen.\u00ab<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> (argw\u00f6hnisch) \u00bbHam wa, ja?\u00ab<\/p>\n<p>\nNacheinander betreten zwei Personen den Raum. Erst ein Mann, Anfang F\u00fcnfzig (Peter) mit rot-orangener Kordhose, gedecktem Paradiesvogel-Poloshirt, gelber Hintenzukurz-Stoffjacke und unsicherem Blick. Dann eine junge Frau (Nadine) Ende Zwanzig, h\u00fcbsch, modisch aber angemessen n\u00fcchtern gekleidet, offen und freundlich. Sie setzt sich spontan links-hinten hin, nah an die an der Tafel stehende Angela.<\/p>\n<p>\n<strong>Peter:<\/strong> (sagt nichts, das aber programmatisch)<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (fr\u00f6hlich-vorwurfsvoll) \u00bbGuten Mooorgen!\u00ab<br \/>\n<strong>Peter:<\/strong> (zerstreut) \u00bbJa, Morgen \u2026\u00ab (\u00fcberlegt kurz wo er sich hinsetzen soll und entscheidet sich dann f\u00fcr den Tisch rechts-vorne, wo er am weitesten von den beiden anderen weg sitzt)<br \/>\n<strong>Nadine:<\/strong> (fr\u00f6hlich) \u00bbGuten Morgen!\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (hoffnungsvoll, wittert wenigstens eine Bundesgenossin) \u00bbGuten Morgen! Na, dann sind wir ja bald vollst\u00e4ndig \u2026\u00ab<br \/>\n(schaut demonstrativ auf die Armbanduhr) \u00bbSo, ich denke wir warten noch die f\u00fcnf Minuten ab, damit auch die anderen noch eine Chance bekommen und dann fangen wir an \u2026\u00ab <\/p>\n<p>\nJeder richtet sich irgendwie auf seinem Platz ein, Peter starrt auf den Tisch, Thorsten trommelt enervierend auf seinem Aktenkoffer rum und Nadine sitzt mit geradem R\u00fccken erwartungsfroh da. Angela schaut nach einer Weile wieder auf die Armbanduhr, nestelt am CD-Player rum, die Panfl\u00f6tenmusik wird kurz lauter, dann langsam leiser, bis sie schlie\u00dflich ganz verstummt.<\/p>\n<p>\n<strong>Angela:<\/strong> (verbindlich er\u00f6ffnend) \u00bbJaaa, ich denke wir fangen dann mal an. (Kunstpause) Ich m\u00f6chte mich zun\u00e4chst noch einmal vorstellen. (deutet in Richtung Thorsten, der zuckt leicht mit den Achseln) Mein Name ist Angela Pfeiffer. Ich bin 38 Jahre jung und studierte Diplom-Psychologin. Nach meinem Studium habe ich eine Weile in der Erwachsenenbildung und sp\u00e4ter dann in einem Assessment-Center gearbeitet, f\u00fcr die Firma PriceWaterhouseCoopers.\u00ab<br \/>\n(legt die Fingerspitzen Joachim Bublath-m\u00e4\u00dfig zusammen)<br \/>\n\u00bbIch habe aber feststellen m\u00fcssen, dass ich dort nicht an meinen St\u00e4rken gearbeitet habe und freue mich seit Anfang des Jahres hier im \tJobtrainingscenter Leute fit f\u00fcr den Arbeitsmarkt zu machen.\u00ab<br \/>\n(Pause)<br \/>\n\u00bbWir haben uns in den n\u00e4chsten Wochen einiges vorgenommen und ich freue mich darauf mit euch oder Ihnen ein paar interessante Tage zu \tverbringen. Ich m\u00f6chte euch oder Sie auch herzlich dazu einladen jederzeit Fragen zu stellen und bei mir gilt ganz klar: Dumme Fragen gibt es nicht.\u00ab<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> (provokant) \u00bbWenn &#8217;se son tollen Job hatten, warum sin&#8216; se dann da weg? Die ham&#8216; doch sicher besser gezahlt als dit Arbeitsamt.\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (bleibt betont diskussionsbereit) \u00bbNun, zun\u00e4chst mal hei\u00dft das ja Jobcenter und unser Institut wird von \teinem privaten Tr\u00e4ger im Auftrag des Jobcenters gef\u00fchrt. Ich sehe einen vielf\u00e4ltigen Lebenslauf und unterschiedliche Erfahrungen als \tunbedingte St\u00e4rke an. Dar\u00fcber werden wir in den n\u00e4chsten Tagen \u2026\u00ab<br \/>\n(Handfl\u00e4chen zusammen, an den Handgelenken nach links abknickend &#8211; Zur\u00fcck-auf-den-Pfad-Gestik)<br \/>\n\u00bb\u2026 sicherlich auch noch genauer sprechen. Bevor wir uns jetzt alle untereinander vorstellen f\u00e4nde ich es toll, wenn wir uns auf ein paar Regeln einigen. Ich lade euch alle dazu ein das Essen und Trinken auf die Pausen zu beschr\u00e4nken und m\u00f6chte euch bitten auch keine Laptops oder Mobiltelefone auf dem Tisch zu haben. Wir wollen  eine angenehme, offene und konzentrierte Arbeitsatmosph\u00e4re schaffen.\u00ab <\/p>\n<p>\nNadine packt schuldbewusst das Handy weg, auf dem sie gerade eine SMS anfangen wollte. Die T\u00fcr geht auf, ein zerzauster Berufsjugendlicher (Markus), Anfang\/Mitte Drei\u00dfig, mit Kopfh\u00f6rern um den Hals, schaut herein. <\/p>\n<p><strong>Markus:<\/strong> \u00bbBin ich hier richtig in Klasse D?\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (betont einladend) \u00bbJa, richtig, wir haben gerade schon angefangen. Setzen Sie sich doch.\u00ab<\/p>\n<p>\nMarkus w\u00e4hlt nach einem kurzen Blick in die Runde den Platz neben Nadine. Er schmei\u00dft salopp seine Umh\u00e4ngetasche auf den Boden, ein Buch f\u00e4llt heraus.<\/p>\n<p><strong>Angela:<\/strong> \u00bbNachdem jetzt ja alle \u2013 mehr oder weniger p\u00fcnktlich -\u00ab (gespielt vorwurfsvoller Blick auf den bereits wegd\u00e4mmernden Markus) eingetroffen sind, k\u00f6nnen wir ja mit der Vorstellungsrunde beginnen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir da am besten nach dem Alphabet vorgehen, viele Teilnehmer brauche ja immer eine Zeit bis sie auftauen, nicht? Wenn es euch oder Ihnen nichts ausmacht w\u00fcrde ich euch einfach beim Vornamen nennen \u2026\u00ab<br \/>\n(sucht mit dem Finger in einer Liste)<br \/>\n\u00bbJa, Nadine, das w\u00e4ren ja wohl sie?\u00ab<br \/>\n<strong>Nadine:<\/strong> (ergreift sp\u00fcrbar mitteilungsbereit das Wort) \u00bbJa, also ich bin die Nadine. Ich bin 27 Jahre alt und habe letztes Jahr im Juli meinen Magister in Regionalwissenschaften Lateinamerika gemacht. Nebenbei habe ich immer als K\u00f6chin gearbeitet, habe jetzt aber nach meinem Umzug keinen Job mehr und m\u00f6chte mich ganz auf meine Bewerbungen konzentrieren.\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (nach einer kurzen Pause) \u00bbJa, interessant. Hast du irgendwelche Hobbys oder Talente die du uns mitteilen m\u00f6chtest?\u00ab<br \/>\n<strong>Nadine:<\/strong> \u00bbJa, wie gesagt, ich koche sehr gern und \u2026 ja, geh halt gern auf den Flohmarkt oder ins Museum \u2026 was man halt so macht \u2026\u00ab<\/p>\n<p>\nMarkus dreht sich betont neugierig und mit einem leichten L\u00e4cheln zu Thorsten und Peter um, die das ganz sicher nicht &#8218;halt so machen&#8216;.<\/p>\n<p>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbSch\u00f6n \u2026 (nestelt herum) \u2026 Markus?\u00ab<\/p>\n<p>\nMarkus dreht sich wieder um.<\/p>\n<p>\n<strong>Markus:<\/strong> \u00bbNa ich hei\u00dfe Markus, bin 34 Jahre alt und Musiker. Nebenbei arbeite ich als Beleuchter, beim Film, und hab mich jetzt aber Hartz-IV gemeldet, weil die Jobs in letzter Zeit ausbleiben.\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbAch, Musiker? Interessant! Dann m\u00f6chtest du sicher auch mal in einer Band spielen?\u00ab<br \/>\n<strong>Markus:<\/strong> \u00bbMach ich ja schon.\u00ab (Pause) \u00bbIn zwei Bands. Einmal als Schlagzeuger und einmal Gitarrist.\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbAch? Und hat man vielleicht schon mal was von Ihnen geh\u00f6rt?\u00ab<br \/>\n<strong>Markus:<\/strong> \u00bbWei\u00df ich nicht, kann sein, wir hei\u00dfen Team Cord.\u00ab<\/p>\n<p>\nNadine wendet sich ihm interessiert zu.<\/p>\n<p>\n<strong>Nadine:<\/strong> \u00bbEcht? Die kenn ich!\u00ab<br \/>\n<strong>Markus:<\/strong> \u00bbJa, wir ham halt schon zwei Alben ver\u00f6ffentlicht \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Nadine:<\/strong> \u00bbJa! Ich war auf dem Immergut-Festival \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Markus:<\/strong> (routiniert) \u00bbJa, da ham wir glaubich gespielt \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbDas ist ja interessant. Na, da wissen wir ja jetzt schon eine ganze Menge \u2026 (Pause) Peter, m\u00f6chten Sie weitermachen?\u00ab<\/p>\n<p>\nMarkus und Nadine drehen sich zu den hinteren B\u00e4nken um.<\/p>\n<p>\n<strong>Peter:<\/strong> (erschrocken, ringt sichtlich um Fassung, dann soldatisch) \u00bbPeter Grimschitz, 51 Jahre alt, Lehre zum Buchbinder, noch in der DDR, dann inner NVA zwee Jahre, dann zehn Jahre innem Buchverlag \u2026\u00ab (dramatische Pause) \u00bbnacher Wende dann innem Westbetrieb und seit jetze zwee Jahren arbeitslos \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (professionell mitf\u00fchlend) \u00bbOh, das ist ja ne lange Zeit. Und was interessiert Sie noch so?\u00ab<br \/>\n<strong>Peter: <\/strong>(etwas lauter, gepresst) \u00bbJa, da f\u00e4ngt dat Problem ja schomma an: Wat soll ich denn da sagen?\u00ab<\/p>\n<p>\nAngela schaut ihn fragend an.<\/p>\n<p>\n<strong>Peter:<\/strong> (etwas leiser) \u00bbIck interessiere ma ja nich&#8216; f\u00fcr so viele Sachen \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (ehrlich erstaunt) \u00bbNa, Sie werden doch ein Hobby haben oder eine Sache die Sie besonders interessiert?\u00ab<br \/>\n<strong>Peter:<\/strong>\t(gequ\u00e4lt) \u00bbNa, eben Biologie und so \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbBiologie, na DAS ist doch interessant. Was denn genau?\u00ab<br \/>\n<strong>Peter:<\/strong> \u00bbNa, Ornithologie, aber da interessiert sich ja ooch keen Schwein f\u00fcr.\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbAlso ich finde es sehr interessant \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Nadine:<\/strong> \u00bbIch auch!\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> (philosophierend) \u00bbAlso ich glaube ja ganz fest daran, dass jeder Mensch etwas hat wof\u00fcr er brennt \u2026\u00ab<\/p>\n<p>\nMarkus zieht die Augenbrauen hoch und mustert Peter ironisch. Es klopft an der T\u00fcr \u2026 <\/p>\n<p>Angela: (fl\u00f6tet) Herein!<\/p>\n<p>Die T\u00fcr \u00f6ffnet sich, ein kalkbleicher Mann mit fettigem strohgelbem Haar schiebt einen dunkelbraunen Servierwagen herein. <\/p>\n<p><strong>Kiosk-Knasti:<\/strong> \u00bbJemand Kaffee? Schrippen?\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbHerr Kanzorra, wir hatten doch vereinbart dass Sie den Kaffee um halb elf am Aufzug verkaufen.\u00ab<br \/>\n<strong>Kiosk-Knasti:<\/strong> (erkennend) \u00bbAch, Sie sind dat \u2026\u00ab (blickt am\u00fcsiert zu Thorsten, den er als Bruder im Geiste erkennt) \u00bbNa denn, frohet schaffen allerseits \u2026\u00ab<\/p>\n<p>Der Mann verzieht sich wieder, schlie\u00dft die T\u00fcr.<\/p>\n<p><strong>Angela:<\/strong> (schaut auf die Uhr) \u00bbJa, Thorsten \u2026 Last but not least\u00a0\u2026\u00ab (einladende Geste)<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> \u00bbWie bitte? Ach, ich soll jetzt erz\u00e4hlen oder wat? Sagen se mal, die Keule da grade, die kenn&#8216; ick doch. Der hat mir ma n&#8217;kleen Kaffee f\u00fcr een Euro verkooft. Sowat jeh\u00f6rt anjeklagt \u2026\u00ab<br \/>\n(niemand reagiert auf diese merkw\u00fcrdige Er\u00f6ffnung)<br \/>\n\u00bbAlso ick bin CNC-Fr\u00e4ser und hab&#8216; die letzten 13 Jahre am Westhafen bei de Behala jearbeitet aber die ham jetze Konkurs anjemeldet. Na und dit is ooch schon die janze Jeschichte.\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbNa, da d\u00fcrften die Chancen ja nicht schlecht f\u00fcr Sie stehen in dem Beruf \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Thorsten:<\/strong> \u00bbHam sie ne Ahnung \u2026\u00ab<br \/>\n<strong>Angela:<\/strong> \u00bbGut, also nachdem wir uns ja jetzt alle ein bisschen kennenlernen durften, w\u00fcrde ich euch jetzt gerne das Programm der folgenden Wochen vorstellen.\u00ab<br \/>\n(geht an die Tafel)<br \/>\n\u00bbZun\u00e4chst machen wir ein Profiling, indem wir feststellen was die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen des Einzelnen sind und werden diese dann auch klar herausarbeiten \u2026 Dann machen wir den &#8218;Basar der W\u00fcnsche&#8216;, wie ich es immer nenne \u2026 Da schreibt dann jeder von euch auf so gro\u00dfe, farbige Kartons seine Vorstellungen auf. Das darf dann ruhig ganz abgefahren sein, ruhig mal ein bisschen in sich reinhorchen \u2026\u00ab<br \/>\n(wird ungefragt privat)<br \/>\n\u00bbAlso ich stelle mir dann immer vor wie ich mit meiner Freundin Anne so eine Sauerstoffbar in Thailand betreibe, so mit frischen \tFr\u00fcchten, basischem Kochen und so \u2026\u00ab<br \/>\n(kommt zur\u00fcck zum Geschehen)<br \/>\n\u00bbNaja, ich denke jeder von uns hat da so ein kleines inneres W\u00fcnschekind \u2026 Wichtig ist, dass wir danach abgleichen welches von unseren Zielen wir realistisch erreichen k\u00f6nnen und wie wir uns auf dem Weg dahin begeben und da werde ich euch dann praktische Tipps geben zur Stellensuche und wie ihr da dann rangeht \u2026\u00ab<\/p>\n<p>Bei den letzten S\u00e4tzen wird sie immer leiser, es wird dunkel auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>ENDE 1.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>1. ANKUNFT<\/strong><\/p>\n<p>Ein leerer Raum, eine Schiefertafel auf der linken B\u00fchnenseite, daneben ein Overheadprojektor, ein schwarzer Plastikpapierkorb und ein ein typischer Schulzubeh\u00f6r-CD-Player. Vier in Zweierpaaren aufgestellte Schultische und St\u00fchle, ein Dozententisch. An der Hinterwand befindet sich ein Fenster mit runtergelassenen Jalousien. Tageslicht scheint durch. Die T\u00fcr befindet sich am rechten B\u00fchnenrand. Man h\u00f6rt sanfte, meditative Panfl\u00f6tenmusik. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[1959],"class_list":["post-6163","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-die-massnahme"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6163","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6163"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6163\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6197,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6163\/revisions\/6197"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6163"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6163"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/realvinylz.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}