{"id":6277,"date":"2015-03-13T14:02:15","date_gmt":"2015-03-13T13:02:15","guid":{"rendered":"http:\/\/realvinylz.net\/?p=6277"},"modified":"2015-03-17T08:50:51","modified_gmt":"2015-03-17T07:50:51","slug":"re-intrinsisches-entertainment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/realvinylz.net\/?p=6277","title":{"rendered":"Re: Intrinsisches Entertainment"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>@rumpusQ<\/strong> &#8211; 13.03.15 &#8211; 13:12 Uhr<\/p><\/blockquote>\n<p>Hi!<br \/>\nEssay \u00fcber den Wandel der Unterhaltung klingt gut. Spontan f\u00e4llt mir da schon folgender Titel ein: <strong>\u00bbNetworking, Storytelling, Prosuming und kein Ende?\u00ab<\/strong> <br \/>&#8211; vielleicht ein etwas zu gigantomanisches Framing, aber du weisst ja, bei mir h\u00e4ngt immer alles mit allem zusammen \u2026 Trotzdem mal kurz zur Begriffskl\u00e4rung:<\/p>\n<p><strong>Storytelling<\/strong> deswegen weil dies eine zentrale Kategorie in der menschlichen Kommunikation zu sein scheint. Habe erst k\u00fcrzlich <a href=\"http:\/\/techcrunch.com\/2015\/03\/02\/storytelling-in-the-digital-media-age\/\">einen Artikel<\/a> von so einem Kybernetik-Neuroscience-Zombie gelesen, der mit diesem Foto beginnt:<br \/>\n<center><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/image.shutterstock.com\/display_pic_with_logo\/100217\/171541241\/stock-photo-cute-little-girl-and-boy-reading-a-bedtime-story-as-they-lie-together-in-bed-looking-at-a-tablet-171541241.jpg\"><\/center><br \/>\n<a href=\"http:\/\/image.shutterstock.com\/display_pic_with_logo\/100217\/171541241\/stock-photo-cute-little-girl-and-boy-reading-a-bedtime-story-as-they-lie-together-in-bed-looking-at-a-tablet-171541241.jpg\">via<\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Das Ganze liest sich dann in etwa so:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbBrand managers must understand how consumers engage on an emotional level in order to accurately predict whether their advertising or any other media content will truly resonate \u2026 We\u2019re not just sitting around a campfire quietly listening to stories anymore.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Es geht diesen Menschen nicht darum die von dir erw\u00e4hnten Zwecke (Legendenbildung, Sinnstiftung, News) zu bedienen, sondern um herauszufinden wie sich die Aufmerksamkeit eines <strong>Netzwerk<\/strong>-Teilnehmers ideal in Kohle umsetzen l\u00e4sst:<\/p>\n<p>Attention Span * <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tausend-Kontakt-Preis\">Tausend-Kontakt-Preis<\/a> = Revenue Stream<\/p>\n<p>Dies ist umso schwieriger geworden, als der Mensch im <strong>Netzwerk<\/strong> \u00f6ffentlich geworden ist. Ich denke, dass auch schon vor Hunderten von Jahren fast alle Menschen ihren Kindern und ihrer peer group Geschichten erz\u00e4hlt haben. Aber sie sind nicht in direkte Konkurrenz mit den von dir erw\u00e4hnten professionellen <strong>Storyteller<\/strong>n (Hofnarren, Jahrmarktsgaukler, Wahrsager) getreten. Tun sie aber heute, da sie zu <strong>Prosumern<\/strong> geworden sind. Im <strong>Netzwerk<\/strong> stehen sich die Teilnehmer erstmal gleichwertig* gegen\u00fcber (YouTube, facebook, Instagram, Twitter). Dies kann professionellen <strong>Storyteller<\/strong>n nicht gefallen \u2026<\/p>\n<p>\n(Wie h\u00e4tte ein Gaukler reagiert, wenn neben ihm 35 Amateure angefangen h\u00e4tten Feuerspucken und Handlesen zu praktizieren? &#8211; Wahrscheinlich genauso wie heute die gro\u00dfen Zeitungsjournalisten gegen\u00fcber den Kapuzenjournalisten &#8211; mit Arroganz und Verleugnung)<\/p>\n<p>Die <strong>Silicon Valley Giganten<\/strong> haben das schon vor ca. 15 Jahren erkannt und sind dazu \u00fcbergegangen die Feuerstellen (Online-Plattformen) zu vermieten und mit Werbung vollzukleistern. Die <strong>Storyteller<\/strong> sind nur Rohmasse f\u00fcr eine Wertsch\u00f6pfung an anderer Stelle.<\/p>\n<p>Soweit also zu den Begriffen <strong>Storytelling<\/strong>, <strong>Network<\/strong> und <strong>Prosumer<\/strong> \u2026<\/p>\n<p>Demokratisch finde ich das nur im vulg\u00e4rsten Wortsinn. Allerdings kann ich keinen Imperativ an die <strong>digital natives<\/strong> erkennen, ihre \u00bbMitbewohner umsonst zu unterhalten, zu bilden, zu belehren\u00ab In meinen Augen ist es tats\u00e4chlich so, dass der Drang der Menschen sich mitzuteilen auf einen Aufmerksamkeitskrieg im Netzwerk trifft. Und dann wird kommunikativ aufger\u00fcstet.<br \/>\nDas eigentliche Problem ist aber wahrscheinlich, dass diese Menschen kein echtes Feedback mehr bekommen (das Kind schl\u00e4ft nach der Geschichte ein, der Dorfkollege lernt wie seine Sippe entstanden ist, der Dorf\u00e4lteste wird mit Respekt behandelt, am Lagerfeuer bekommt man das Bier umsonst). Da sowieso alle  inzwischen Narzissten sind, schreien sich alle gegenseitig an und sind st\u00e4ndig gekr\u00e4nkt, nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ist das Gesch\u00e4ftsmodell der Sirenenserver (Instagram, Google, facebook, twitter, tumblr etc.)<\/p>\n<p>Die von dir erw\u00e4hnte \u00bbZentralbank der Aufmerksamkeit\u00ab gibt es also tats\u00e4chlich, da sich Aufmerksamkeit (attention span) nach der oben genannten Formel in Kohle umsetzen l\u00e4sst. Und die Zentralbanken facebook und Google lenken den \u00bbattention stream\u00ab, gew\u00e4hren Aufmerksamkeitskredite und strafen auch schonmal ab, wenn jemand nicht nach ihren Regeln spielen will (vgl. <a href=\"http:\/\/www.golem.de\/news\/axel-springer-chef-bild-zeitung-mit-qualitaetsjournalismus-gegen-google-1405-106749.html\">Bild gegen Google<\/a>) <\/p>\n<p>Schlechte Zeiten f\u00fcr professionelle Storyteller w\u00fcrde ich sagen. Mindestens f\u00fcr die, die darunter mehr verstehen als optimierten <strong>audience flow<\/strong> und <strong>Zielgruppentargeting<\/strong>.<\/p>\n<p>\u00dcberzeug mich davon, dass ich zu schwarz sehe \u2026<\/p>\n<p>Sub_Kid<\/p>\n<p>(* Nat\u00fcrlich sorgen clevere Algorithmen daf\u00fcr, dass dem nicht wirklich so ist. Aber der Ausgangszustand der Ideologie des Netzwerks war erst mal dieser, behaupte ich \u2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>@rumpusQ &#8211; 13.03.15 &#8211; 13:12 Uhr Hi! Essay \u00fcber den Wandel der Unterhaltung klingt gut. 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