Artikel
0 Kommentare

Platte der Woche: Carlos Nilmmns – Subculture EP [Ornaments 20]

orn020-web

Eine der ganz großen Platten Ende letzten Jahres war die aktuelle Ornaments von Carlos Nilmmns, seines Zeichens Analogfetischist aus den UK. Fängt an wie morgendlicher Spaziergang durch das verlassene Detroit, mit dem Empfinden, dass man hat, wenn das zum Parkhaus umfunktionierte Central Theatre sieht: nämlich etwas retrofuturistisch anmutendes. Ein Opener, der wirkt wie eine bayrische Barockkirche für Kitschverfechter.

So kann Cavern auf die bereits etablierte Stimmung zurückgreifen, die nochmals getoppt wird, durch den slammenden, an Acid angelehnten Beat, der mit verlangsamtem Hall und dem Aufstieg eines Lichtphänomens, die fröhlichere Variante eines Alan-Oldham-Comics darstellt. Aber irgendwo hat das auch was japanisches, wenn zuerst ein temporeduziertes Glockenspiel in „From Sunset To Twilight“ ins Spiel kommt, bevor die Geisha zum Housetanz in „Places and Spaces“ lädt.

Den Abschied macht dann ein Outro, dass wiederum ganz Endsequenz eines Science-Fiction-Streifens ist, den man am liebsten sofort anschauen würde. Definitiv ein zukünftiger Klassiker und die perfekte Analogerweiterung für Ornaments nach Michals Roland Orchestra.

Reinhören

Artikel
0 Kommentare

Platte des Tages: The Analog Roland Orchestra – 1984 & 1997 [Ornaments 019]

orn019_7_inch-350

Eine neue Ornaments ist ja immer sowas wie ein Überraschungsei aus Vinyl. Und diesmal verwundert nicht nur der Inhalt, auch die Form ist mit der klassischen 7″ gewöhnungsbedürftig.

Bei soviel gutem Dub gehen die ersten Gedanken in Richtung Reggae, aber getäuscht. Das Analog Roland Orchestra mit dem schicken Maschinenpark setzt auf eine Art von Nostalgie – die Zeit unbeschwerter Verliebtheit. ‚1984‘ klingt wie Air in ihren besten Momenten zwischen Premier Symptomes und Moon Safari. Das darf auch Triefen vor Kitsch und analoger Wärme und ist einfach nur wunderschön.

Extrem temporeduzierter Dubtechno, der selbst Ketaminjüngern zu lahm sein dürfte, findet sich bei ‚1997‘. Durch die Langsamkeit wirken die Dubs noch verhallter und die Wall of Sound schlägt voll durch. Als ob man sich vor lauter Endorphinsprudeln kaum noch bewegen kann, oder man morgens völligst KO ist, aber mit einem erfüllten Grinsen im Gesicht. Beides großartig. Nur, was haben die Jahreszahlen mit dem Sound gemein?

Artikel
0 Kommentare

Thabo – The Machines [Ornaments 016]

orna016.jpg

Mit einem verhangenen Polka-Rhythmus und zehn Katalognummern später beginnt Thabos [zweite EP] auf Ornaments. Nach dem sommerlichen Überhit, der soundmäßig schon ein kleiner Ausreißer war – dreht sich die Nadel aus der Höhe der Euphorie in die Tiefen des Dub. Doch auch nicht allzutief.

Eher noch in der Mitte, ohne mittelmäßig zu sein, baut sich klar gegliedert alles auf, fügt sich eins nach dem anderen zusammen. Nur statt großer Geste sind es die feinen Unterschiede, die Thabo fein säuberlich herausarbeitet, ganz so als hätten ihm Bourdieus Fleischkonsumtabellen als Vorbild in Sachen minimaler Differenzen – etwas abgewandelt: ‚Das kleine ist mehr als die Summe seiner Teile‘ – Pate gestanden. Dubbiger Rave also mit angezogener Handbremse, ganz so als sei Minimal(ismus) eben doch ein geniales Konzept, statt Schindluder mit Hallräumen. Sehr gelungen dieser versteckte Hit.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Thabo – The Machines
[via ornaments-music.com]

Fosters Remix von ‚The Machines‘ klingt sowas nach Moodymanns ‚Dem Young Sconies‘, dass es glatt als dessen Remix durchgehen könnte. Sofern es sich um das Fundament handelt, schließlich versöhnt er den 97er Killer aus Detroit mit kreisenden Choruspads und einer gehörigen Portion Deepness. Allerdings will der Funke nicht so ganz überspringen.

Hören und Genießen

Artikel
0 Kommentare

Platte des Tages: V.A. Symphony mixed by youANDme [Ornaments 011]

orna011.jpg

Nach dem fast schon unheimlichen und rasanten Output an Killer-EPs 2009, der mit der letzten Platte ihren Höhepunkt fand, schaltet man bei Ornaments erstmal einen Gang runter, blickt zurück und gibt den Nicht-Vinylkäufern die Chance in ihren eigenen vier Wänden am Label teilzuhaben. youANDme mixen sich durch alle Titel des Katalogs, durchweg in einem angenehmen Fluss gehalten, der schöne Erinnerungen zurückbringt.

Wer die Platten nicht besitzt, sollte schnell zugreifen. In einer schnieken Alubox verpackt und auf 333 Stück limitiert, dürfte es diese CD nicht allzulang geben. Als Gimmick kann man dann lustiges Titelraten spielen – das mit dem Eingeritzten im Tonträger fällt ja diesmal Flach. Bin äußerst gespannt, was als nächstes kommt.

Artikel
0 Kommentare

Platte des Tages: youANDme – Close to Me [Ornaments 010]

orna010.jpg

Ob sich da jemand einen Traum erfüllt hat, einmal Robert Hood auf der B-Seite zu haben? Jedenfalls ist diese Platte ein Traum. youANDme lassen den Dub diesmal nur sachte einfließen. Die Sounds klonken sich leicht verhallt durch Detroit, in der ein Track eine Ewigkeit bedeutet. Zwischendurch rauschen ein paar Blitze durch. Ein absolut episches Stück, um sich völligst zu verlieren und das dürfte einer der Tracks des Jahres werden.

Robert Hood lässt die 909 etwas mehr kicken, zieht das Tempo ordentlich an und funkt sich weniger episch, dafür minimaler, durch die Nacht. Aus dem Lost-in-Sound-sein wird so ein schön nach vorne gehender, hüpfender Track. Beides großartig für die verschiedenen Gesichter der Nacht.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


youANDme – Close To Me / Close To Me (Robert Hood Remix)
[via ornaments-music.com]

Artikel
0 Kommentare

Rhauder feat. Paul St. Hilaire – No News [Ornaments 009]

orna009.jpg

Mit Paul St. Hilaire an Bord kann kaum was schief gehen, vor allem wenn ihn Rhauder „ordert“. Die Platte klingt durchweg gut, wie erwartet, wobei mir Marko Fürstenbergs verspielter Dub in dessen Version besser ins Ohr geht, aber er wollte es vielleicht auch zugänglicher und weniger abgespeckt produzieren als Rhauder. Daniel Stefanik lässt die Bassdrum reiner Taktgeber sein, so kommt der Bass zur vollen Entfaltung, dabei ist sein Riddim weniger verspielt als Fürstenbergs und extrahiert die Aura von Rhythm and Sound. Deswegen mein Favorit einer wieder sehr gelungenen Ornaments.

Artikel
0 Kommentare

Platte des Tages: Peak – Darksuite [Ornaments 008]

orna008.jpg

Ein Track, drei Versionen, drei verschiedene Stimmungen. Mehr braucht es nicht, um eine große Sommerplatte zu erschaffen. In Peaks anfänglich klassischem Dub, taucht man in ein bildliches Höhlennirvana ein, verschwindet im Nichts und – gleich einer Fledermaus – nur ganz ohne Ohrdeckel und Magnetsinn, entschwebt man am Ende diesem Trip, bevor Soultourist einen in den Club begleitet. Eingekleidet im Techhouse-Gewand lässt er den Dub stellenweise von Licht durchfluten und dieser knappe Funkbreak … köstlich. youANDme vereint den Club und die Höhle, setzt auf straightere Techno-Elemente … die dunkle Industriehalle oder ähnliches. Treibend geht es weiter bis zum nächsten Morgen. Großartig.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Peak – Darksuite
[via ornaments-music.com]

Artikel
0 Kommentare

Marko Fürstenberg – Blofeld EP [Ornaments 007]

orna007.jpg

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wenn man dann im Dickicht steht und überall Blätter, Gestrüpp, halb gefallene Bäume, sich verirrende Wege wahrnimmt und auf einmal eine Lichtung entdeckt, die in dem Moment etwas vollkommenes darstellt, erlebt man nach dem Durchschreiten, dass man nun auch den Wald in seiner Ganzheit versteht und wertschätzt. So ging es mir mit ‚Valentino‘: Erst verwirrt/verirrt bevor sich mir die Melodie erschloß. ‚Tiffanys Case‘ ist dann eher wie ein gerader Pfad, der einem verlässlich zeigt, wohin es geht. Auch auf der dunklen Tanzfläche eines unbekannten Clubs. Wieder zwei Klassiker auf einem Vinyl. Verflixte Sieben? Nicht bei Ornaments.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Marko Fürstenberg – Valentino
[via ornaments-music.com]

Artikel
0 Kommentare

Thabo – Downstream [Ornaments 006]

ornaments006.jpg

Ornaments können zur Zeit einfach releasen was sie wollen, zu gut sind ihre Perlentaucher beim Herausfischen von Schätzen aller Art. Diesmal feiert der Züricher Thabo seinen Einstand auf dem ominösen Label. Wie schon zuvor, geht es bei Thabos ‚Downstream‘ mit dubbigem Neodetroit weiter. Statt die oft üblichen Filterspielchen schleicht sich eine allerliebste, hypnotische Trance-Melodie ein, die ein paar mal lächelnd durchblinzelt.

Auf der Flipside baut sich ein fluffiges House-Gerüst um einen unheimlich bouncige Bassline – sie bounced wirklich mächtig – was aber durch die Melodie und das arg reduzierte Tempo extrem leicht daherkommt. Ich hätte es kaum gedacht, aber definitiv die beste – trotz der vier Killer vorher – Ornaments und hoffe auf die verflixte Siebte.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Thabo – Downstream / Berlin
[via ornaments-music.com]

Artikel
0 Kommentare

Platte des Tages: Sven Tasnadi – Our Destiny [Ornaments 005]

Sven Tasnadi und Ornaments sind in dieser Kombination die unschlagbare Underground-Hitmaschine. Tasnadi, zur Zeit eh ganz heiß, baut um sanfte Detroit-Chords erstmal behutsam eine Rimshot zum eingrooven, auf deren Grundgerüst sich ab der zweiten Hälfte verschiedene kleine Melodien friedlich nebeneinander tummeln oder springen. Quicklebendig hüpft das wie ein kleines Kind im Sommerregen. Und das bei weitem, blauen Himmel auf dem vereinzelt ein paar helle Wölkchen vorbeiziehen.

Sven Weisemann scheint das zuviel. Er behält nicht alle Elemente drin, reduziert aufs mindeste, zieht die Filter viel mehr zu und schafft damit eine weniger verspielte Atmosphäre die in ihrer reduzierten Art mehr flow besitzt, aber leider auch weniger Bass. Auch sehr schön für andere Momente.