Platten 2013 – Ein mäanderndes Review

Ich freue mich heute besonders einen Beitrag von Gastautor Andreas Klemt zu präsentieren.

Weniger eine Jahresliste (…), als ein persönlicher Remindererer was mir warum und wie am Herzen lag. Ohne Nummerierung, weil zu schwierig, aber durchaus mit absteigender Qualitätstendenz.

Forest Swords – Engravings
So mag ich meinen Dub: trocken bis düster, die Zukunft als Verheißung im Blick und (meine) Hörgewohnheiten brechend.


Engravings [Vinyl]

Thee Oh Sees – Floating Coffin
Nachdem sie auf Putrifiers II den Interessantheitsgrad der Brüche ihres psychedelischen Punkrocks in ungeahnte Qualitätshöhen geschraubt haben, gab es auf Floating Coffin einen Retardismus, der wie ein heilendes Mantra wirkt. Ein dicker, fetter Mittelfinger in die Richtung derjenigen, die von einer “Indie”- (ürgs) Band erwarten, daß ihre Entwicklung darin besteht, komplizierte, fein abgestimmte Strukturen zu schaffen.
Diese unkorrumpierbare Band hat die Macht dich um circa 20 Jahre jünger zu machen. Inklusive steifem Nacken. Ich bin zutiefst dankbar dafür.



Floating Coffin [Download]

Brian Eno – LUX
Der Großmeister hat seine Kreise zum schwingen gebracht. Manchmal braucht man nicht mehr um glücklich zu sein. Healing Music.


Lux [Vinyl]

Devendra Banhart – Mala
Kein anderes Album ist im Hause Klemt 2013 wohl öfter gelaufen als dieses. Das mag daran gelegen haben, daß mein Weib es ebenso positiv bewertete wie ich. Klassisch-ironisches Songwriting von einem Meister des verführenden Hüftschwungs.


Mala CD

Hailu Mergia & His Classical Instrument – Shemonmuanaye
Das Mulatku Astatke eine coole Sau ist, wußte ich schon lange. Mit dem Akkordeon schraubt sich nun Hailu Mergia mit der Pentatonik seines Ethio-Jazz-Folks einen warmen Platz in mein Bewusstsein, indem er Moog, Rhodes und Rythm Maschine so ineinanderwebt, daß man aus diesem feinen Netz nicht mehr entfliehen mag. Auch wenn die Aufnahme von 1985 und damals nur auf Cassette erschienen ist, darf sie nicht in meinen Jahrescharts fehlen. Extrem hypnotisch.


Hailu Mergia & His Classical Instrument: Shemonmuanaye

Laurel Halo – Chance of Rain
Je mehr ich versuche, für diese Platte Worte zu finden, desto eher stammele ich unbeendete Sätze, die irgendwas von Jazz, Künstlersubjekt und Pop im 21. Jahrhundert faseln. Tolle Platte. Aber man muss sie mögen.


Chance of Rain Download

Dean Blunt – The Redeemer
Erstaunlichste Platte dieses Jahres. Die Geschichte einer Trennung mitsamt gebrochenem Herzen durch in sich widersprechende Songs und Sounds erzählt. Und obwohl die Dramatik eher simpel ist, so erscheint ihr Autor als mysteriöses Wesen. Ich kann nicht sagen, daß ich das Album wirklich gut finde. Es hat mich nur wirklich sehr interessiert.


The Redeemer Download

Akron/Family – Sub Verses
Wenn ich in der Syntax meiner Jahrescharts bleiben darf, die komplette Antithese zu den Oh Sees: Hier die fein abgestimmten Strukturen, riesig sich auftürmende Gitarrenwände, elegischer Männergesang, barock und progressiv gedrechselte Arrangements. Ein Meisterwerk. So sagt man wohl dazu.


Sub Verses [Vinyl]

Bill Callahan – Dream River
Ob man im Alter noch ein guter Liebhaber sein kann, beantwortet Bill Callahan gewohnt souverän.


Dream River Download

Bibio – Silver Wilkinson
Es gab da mal eine Frau, in die ich ein wenig verknallt war. Das Schlimme war, daß sie sich nicht mit mir abgeben wollte, weil sie mir vorwarf, ein “Hippie” zu sein. Das war damals ein ziemliches Schimpfwort. Wenn ich damals Bibio zur Hand gehabt hätte, wäre mir die Beschimpfung wahrscheinlich nur halb so übel eingefahren.
Nicht daß hier die Welt jetzt total heile wäre, aber sie lässt sich einfach mal besser ertragen. Durchweg harmonisch ineinandergreifende Synthflächen werden durch punktuell angefunkte Melodieblitzlichter durchbrochen. Und Joy Division waren ja auch irgendwie Hippies.


Silver Wilkinson [Vinyl LP + mp3]

Gold Panda – Half Of Where You Live
Eine dickflüssige und golden-geheimnisvoll funkelnde Injektion Pop für mich.


Half Of Where You Live Download

Roedelius Schneider – Tiden
Wunder-, wunder-, wunderschöne Platte! Der Kraut, der hier ausgebreitet wird, bietet Melodien und Klangräume an, die äußerst zurückhaltend wirken. Und wenn man genau hinhört, entdeckt man Dinge, die man so nicht für möglich gehalten hätte.


Tiden Download

Colleen – The Weighing of the Heart
In den besten Momenten wirkt dieses Album wie ein tastend sich vorwärts bewegendes Insekt. Musik wird hier als etwas nicht unbedingt Selbstverständliches vorausgesetzt, sondern erst im Spiel mühsam entwickelt. Dabei ist dieses Experiment keine befreiende Selbstverwirklichung, sondern melancholische Unterwerfung unter die Befindlichkeit.
(Anm. Sub_Kid: Klingt ja erstmal schrecklich: “Unterwerfung gegenüber unter die Befindlichkeit” – Musikalischer Stuckrad-Barre?)


The Weighing of the Heart Download

Tera Melos – X’ed Out
Die größte Hoffnung des Math-Rock hat sich eine Rockplatte gegönnt, und dabei herausgekommen ist ziemlich süchtig machender Timing-Pop. Mir gehen die schlechten Bezeichnungen aus. Geiles Brett halt.


X’ed Out [Vinyl]

Laura Mvula – Sing To the Moon
Die Stimme. Die Stimme. Die Stimme. Drumherum kongenial komponierte Arrangements drapiert wie ein Pelz um den Hals der schönsten Frau der Welt.


Sing to the Moon (Deluxe)

Jai Paul – ???
Na das war ja ne Geschichte: Der Typ veröffentlicht ein groovendes, teilweise unglaublich unglaublich klingendes Funkalbum (sagt man heute noch so?), und eine Woche später ist es nur noch ein … Leak? Ein Schelm wer Böses dabei denkt und das nur für ein PR-Gag hält – so hatte ich nämlich gedacht, aber dann hätte die “echte” Version ja spätestens nach einem halben Jahr nachgelegt werden müssen. Das ist ja nun auch nicht passiert. Schade.
Gut, daß wir den Leak rechtzeitig gekauft haben. Der Sommer wäre nur halb so sonnig gewesen.

Michaela Melián – Monaco
Melián macht die späte Nico und wo sich bei letzterer immer so eine fiese Kälte ausbreitet, wenn sie über ihre Abhängigkeit mystifiziert, so ist hier klar abgestimmte Kühlheit am Start. Die Musik klingt wie seziert und fein säuberlich ausgebreitet. Mystik? Mitnichten! Eher Barmusik aus der Chirurgie.


Monaco Download

Four Tet – Beautiful Rewind
Ich werde Kieran Hebden für seine lebhaften Glocken und dieses Gezimsel auf ewig lieben. Aber: Hier ist mir dann doch ein wenig dieses Herangeschmeiße an die Grime/Jungle/Garage- Jugend des UKs doch ein wenig zu offensichtlich.
Dann wiederum denke ich, daß ich von Tanzmusik ja doch herzlich wenig Ahnung habe und ihm ja nicht vorwerfen kann, daß er nicht für meinen Kopfhörer produziert hat. Und in diesem Moment wünsche ich mich in einen Club.



Beautiful Rewind [Vinyl]

Sagor and Swing – Botvid Grenlunds Park
Fafisa- und Moogsounds formen Melodien, die sich durch einen reich bewachsenen Prog-garten schlängeln. Ein Barsound mit offener Hi-Hat und jeder Menge Becken. Fast schon naiv mutet dieser ganze Kram an, ist dann aber so dezidiert auf den Punkt gespielt, daß man von Naivität kaum mehr sprechen möchte und wenn man so lang drüber nachgedacht hat, dann hat man ihn: einen fetten, tagelang bohrenden Ohrwurm.


Botvid Grenlunds park Download

Boards of Canada – Tomorrow’s Harvest
Die Entwicklung von BoC wird sich wohl, wie bei vielen Projekten und Bands, die von einem starken musikalischen Thema getragen werden, nur in Mikrobereichen bemerkbar machen. Das Verträumte, Leierige ihrer Tracks ist nicht dafür gemacht um sich darin pudelwohl zu fühlen. Auch wenn der Trip hier nie zum Horror wird. Wahrscheinlich weil man sich eingestehen muss, daß er näher an der Realität ist, als man das gerne hätte.
Tomorrow’s Harvest (Limited Edition inkl. Kunstdrucke)

Ulrich Schnauss & Mark Peters – Tomorrow Is Another Day
Synthieflächen mit feinziselierter Rhythmik unterlegt geben einer akkustischen Gitarre die Möglichkeit, Geschichten von Harmonie und Glückseligkeit zu erzählen. Hippie? DAS hier ist Hippie.


Tomorrow Is Another Day Download

Felix Kubin – Zemsta Plutona
Hui verrückt! Felix Kubin ist irgendwie sowas wie der justified ancient of Holger Hiller. Oder nein, vielleicht doch Kraftwerk? Und dann hat er ja diesen Swing gemacht, wie passt das jetzt da rein? Ein kluger Mann hat ihn sogar mal einen “deutschen Elvis” genannt. Irgendwie passt da garnichts zusammen und die Kunstfigur Kubin – mit ihrem ganzen schrägen Robot-Funk – funktioniert wie Jemand, der eigentlich nicht in diese Zeit gehört. Ob das jetzt die Fünfziger, oder die Achtziger sind oder ob er direkt aus der Zukunft kommt weiß ich auch nicht. Aber man sollte dazu tanzen.


Zemsta Plutona [Vinyl]

Mount Kimbie – Cold Spring Fault Less Youth
Hier ist eine gut produzierte Inhaltsangabe von Indieelektronika in 2013 gelungen (soweit ich das beurteilen kann). Und King Krule, das britisch schmachtende Sommersprossenface ist auch mit dabei.


Cold Spring Fault Less Youth [Vinyl+mp3]

Justus Köhncke – Justus Köhncke & The Wonderful Frequency Band
Als ich noch selber Musik gemacht habe, wollte ich auch so einen Schlagerapproach haben. Das ist uns damals nicht wirklich gelungen, aber immerhin habe ich davon geträumt, daß uns der Köhncke produzieren würde. Nun ist House nicht unbedingt meins, aber in Köln kommt man eben auch kaum an Kompakt vorbei. Und schon garnicht an Köhncke, der ja letztens auf diesem Can-Panel von Weilerswist erzählte und wie er dort mit Whirlpool aufgenommen hat. Das hat mich durchaus noch mehr für ihn eingenommen und so finde ich auch auf seinem Album zumindest so viel, als daß mir dafür die einengende Begrifflichkeit fehlt. Das klingt jetzt vielleicht dumm, aber es ist so: für mich ist diese Disko- Musik relevanter als der 10. Aufguss eine Hamburger Schule und deren Adepten.


Justus Köhncke & the Wonderful Frequency Band Download

Yo La Tengo – Fade
Über Yo La Tengo irgendwas Beschreibendes sagen zu wollen erübrigt sich wohl. Das ist wie nach Hause kommen und sich darüber freuen, daß auch hier die Welt nicht stehen geblieben ist.


Fade-Deluxe Edition [Vinyl]

Girls Against Boys – The Ghost List
Würde sich hier wohl ähnlich verhalten, wenn GAB (das “vs” hat mir ja eigentlich immer besser gefallen) zwischendurch fleißig Platten veröffentlicht hätten. Haben sie aber nicht und so ist diese Mini-LP eine kleine Sensation. Klingt wie früher, ist allerdings durch das Alter der Akteure so abgehangen und selbstverständlich groß hingerotzt, daß dem alternden Hipster die Spucke wegbleibt. Und so fragen Dich die Songs folgerichtig, wo Du heute stehst und was du so machst und warum die meisten Leute unglücklich durch die Gegend laufen.


The Ghost List EP Download

Kuupuu – Sisar
Synthspielereien, field recordings und verschlafene Frauenstimmen lassen die Chose bei jeder guten Gelegenheit in ihre Bestandteile zerfallen und die Eleganz und der Abwechslungsreichtum dieses psychedelischen Hörspiels machen ein Weghören unmöglich. Eine Platte wie ein Erkenntnisgewinn.


Sisar [Vinyl]

King Krule – 6 Feet Beneath The Moon
Ein junger Mann mit einem sehr englischen Approach an seinen Schmerz, der zugegebenermaßen nicht unbedingt meiner ist. Aber die Vokale werden so sympathisch heiser zerdehnt, daß es eine helle Freude ist. Wer wissen will, wie die “Jugend” so tickt, sollte sich diese Elegien nicht entgehen lassen.


6 Feet Beneath the Moon Download

Barn Owl – V
Verdröhnte Verdröhnungen. Wen kümmert es da schon ob das irgendwann mal Gitarren, Synthies oder Stimmen waren. Und dann tauchen sie doch wieder alle ganz deutlich auf, die Gitarren, Synthies und Stimmen und bauen dort, wo vorher alles so wunderbar verdröhnt war, eine Langsamkeit auf und nehmen einen mit in so ein Rauschen aus Harmonie und Anmut. Das nenne ich einen Raum! Als wenn die Kamera aus der Totalen immer weiter zurückfährt und man am Ende der Fahrt die Dimensionen erst langsam erahnt. Die Musikversatzstücke die hier benutzt werden erinnern mit ihrem ganzen Delay und Hall an sowas wie eine countrieske Ballade oder eine Explosion im All oder vielleicht sogar eine Kirchenorgel. Cluster. Immer schön gebrochen mit schräg angesetzter Pentatonik. Sollte man sich Zeit für nehmen.


V CD

Peals – Walking Field
Ein Album wie ein Weihnachtsmarkt. Glockengebimmel und hymnische Gitarrenwände wechseln sich mit harmonischem Dröhnen ab und viel mehr passiert auch nicht. Das hat in der Konsequenz etwas enorm Süßliches, ist aber so elegant platziert, daß man sich in diese melancholische Winterlandschaft gerne hineinbegibt.


Walking Field [Vinyl]

The Knife – Shaking The Habitual
Ich hatte leider keine Zeit auf das Konzert zu gehen, aber man hörte, daß es … äh … vielschichtig war. The Knife, deren glühender Verehrer ich mich nenne seitdem sie dieses großartige Video zu “pass this on” produzierten, formulieren ihre leicht unterkomplexe Kritik an bestehenden Machtverhältnissen mit einer gehörigen Menge an *Krrch* und *Brrz* und wechseln dabei Geschlechter und Identitäten wie andere ihre Hüte. Das konnte man wohl auch auf dem Konzert beobachten, was vielen nicht so gut gefiel, da die Akteure der Show offensichtlich die Sounds nicht live produzierten. Die Wirkung des Albums wird dadurch natürlich nicht geschmälert, aber eine gewisse Eindimensionalität lässt sich auch hier nicht verhehlen. Aber wo gibt es schon so viel *Krrz* und *Brrz* mit dieser unglaublichen Stimme, zu der man dann auch noch tanzen kann?


Shaking The Habitual (Deluxe Edition)

Alela Diane – About Farewell
An ihr unglaubliches Debut kommt das hier nicht heran, aber ich möchte die stillen Stunden mit ihr nicht missen.


About Farewell

Adebisi Shank – This is the Second Album of a band called Adebisi Shank
Das Geheimnis um Mathrockbands wie dieser und vielleicht auch Battles ist – glaube ich – daß sie die uralte Bluespentatonik umgehen und ihre Tracks in Dur anlegen, am besten C-Dur, ohne daß die Metalinstrumentierung und -konsequenz abgelegt werden würde. Bei Adebisi Shank rückt zudem noch mehr der Synthie in den Vordergrund und mit ihm auch die Lust an nerdigen Clownerien, die zumeist in krautigen Brachialriffs münden, deren hymnische Ausformung mich ernsthaft glücklich macht.


This Is The Second Album Of A Band Called Adebisi Shank Download

Lee Ranaldo & The Dust – Last Night On Earth
Lee Ranaldo & The Dust klingt vom Namen her wie Neil Young & Crazy Horse, so las ich in der Rezension eines Freundes, und tatsächlich – da ist was dran. Denn ein ähnlich warm-wohliges Gefühl stellt sich hier ein, wenn man diese gitarrenorientierten Arrangements über sich hinwegrollen lässt. Ein Bekannter hat mir auf dem Konzert dann auch erzählt, daß Ranaldo vom Mojo-Magazin zum besten Gitarristen der Nullerjahre gekürt wurde. Hätte er sich vor 20 Jahren wohl auch nicht träumen lassen.


Last Night On Earth Download

The Flaming Lips – The Terror
Bei den Flaming Lips von einem experimentellen Album zu sprechen ist irgendwie Quatsch, denn eine Band die eine LP-Box produziert, um drei Platten gleichzeitig und synchron laufen zu lassen (Zaireeka, gabs diese Jahr zum Record Store-Day) verlässt das Experiment sowieso nicht, selbst wenn dabei der naivste Pop der Welt entsteht. So gesehen ist The Terror auch nur ein weiterer Schritt auf ihrem Weg durch eine eigene psychedelische Geschichte. Ich gehe ihn durchaus mit, obwohl das keine Musik ist, die sich einem Fan der Band besonders anbiedern würde.


The Terror Download

Die Goldenen Zitronen – Who’s Bad?
Nirgends findet man mehr Wahrheit über den Zustand der linken deutschen Seele als bei den Goldies. So ehrlich daß es knallt.
(Anm. Sub_Kid: Vielleicht das zugänglichste Album der Zitronen überhaupt. Und schön, dass eine dienstalte Band ganzen Generationen von Indie(ürgs)-Bands zeigt was eine Harke ist…)



Who’s Bad [Vinyl]

Django Django – Dito
Die Erwartungshaltung, die an die oben bereits genannte Flaming Lips gestellt wurde, haben zur Abwechslung diese Jahr Django Django erfüllt. Hier gibt es einen knallbunten Blumenstrauß aus Blubber- Synths, beatleskem Chorgesang und solider Beatnik-Lyrik. Da hängt die Gitarre auf der Brust und die Sitar ist auch nicht weit. Extrem leckere Bubblegum-Psychedelia, von der man am Ende aber leider etwas fett wird.


Django Django (2LP+CD)

Airhead – For Years
Dort wo sich Shoegaze und Grime gute Nacht sagen existiert Airhead vor sich hin und lässt mit verhallten Beats und Geklöppel die Gemeinsamkeiten ausloten. Die können mitunter ganz schön deep und verkifft sein und liegen näher an Portishead (…) als es den Urhebern wahrscheinlich lieb ist. Die Akustische sorgt am Ende dafür, daß das Feuer nicht ausgeht.


For Years Download

Toro Y Moi – Anything In Return
Ich möchte das guten Gewissens “Indie-R&B” nennen und bekomme das erstmal von mir selbst um die Ohren gehauen, denn so ein schwachsinniger Begriff kann das Zurückhaltende des Toro Y Moi- Funks kaum wiedergeben. Am Ende ist natürlich auch Alles viel komplizierter. Die jazzy e-piano-Texturen bekommen mich immer dann, wenn da so ein achtziger- Flanger hineinmauschelt. So sehr, daß die Platzierung so weit hinten mir gerade vorkommt wie eine Sünde, die keinen Spaß macht.


Anything in Return

Trentemøller – Lost
Überraschung! Den hatte ich immer so unter Techno abgespeichert, damals auch für gut befunden aber aus den Augen verloren und deshalb eher verwundert gekuckt, als ich durch einen dummen Zufall diese LP in der Plattentasche entdeckte, die mir die Servicekraft zurechtgepackt hatte. Nachdem ich mich über den Fehlkauf gehörig zuendegeärgert hatte, hab ich sie dann doch mal aufgelegt und, nun ja, wenn es sowas wie die Indiedisko noch gibt, dann sollte das hier dort aufgelegt werden. Vom Blue Monday-Gedächtnis-Club bis zum MBV-Klon ist hier Alles dabei, was an so einem Abend nicht fehlen sollte.


Lost (Vinyl+mp3)

Melt-Banana – Fetch
Keine Überraschung bei Melt-Banana. Liegt das jetzt an mir, der ich diese Band nun auch schon ein paar Jahre kenne, oder ist es die immergleiche wahnwitzige Intensität, die da auf mich einprasselt wie saurer Regen? Aber wer kann bei saurem Regen schon widerstehen?! Ich nicht!


Fetch Download

Fuck Buttons – Slow Focus
Wenn ich ganz schnell mit dem Fahrrad fahren will und die Lichter der Großstadt an meinen Augenwinkeln vorbeizucken sollen, dann hab ich die Fuck Buttons auf den Ohren. Ist nicht ganz ungefährlich aber wirksam. Live konnten sie leider nicht überzeugen. Das alte Knöpfchendrückerproblem halt.


Slow Focus [Vinyl]

Crystal Stilts – Nature Noir
Der erste der hier VU ruft, hat gewonnen. Ich mag’s.


Nature Noir Download

Fennesz – 17.02.12
Wahrscheinlich sollte er nur noch Liveaufzeichnungen machen. Die funktionieren ziemlich gut.


17.02.12 Live at the Marino Marini Museum, Florence, Italy

Crow44 – Crow44
Immer wenn man meint, man hält diese dängelige, süßlich-harmonisch/disharmonische Fantasie eines schwachsinnigen Wanderpredigers nicht mehr aus kommt eine Wendung, die das Interesse von Neuem befeuert. “Love You to Death” ist dabei mehr Programm als der Titel des zentralen Songs des Albums. Sehr merkwürdiges Ding.


Crow44 Download

Charles Bradley – Victim Of Love
Auf den konnten dich dieses Jahr ja so einige einigen. Unglaubliche Stimme.


Victim of Love (LP+mp3)

Califone – Stitches
Der Postrock Califones trägt einen deutlichen Geschmack von recht trocken angelegter Americana. Nicht daß das besonders neu wäre, aber sie machen deutlich, daß sie ihr Genre genau und präzise durchdeklinieren wollen.


Stitches [+digital booklet]

The Fall – Re-Mit
The Remindererer. Er ist ein Teil von mir und deshalb werde ich mich ewig von ihm anschimpfen lassen. Das Schönste daran ist, daß der alte Mann auch Live kein bisschen von seinem Organ eingebüßt hat.



Re-mit [Vinyl]

Tindersticks – Across Six Leap Years
Mein Fandom ist mittlerweile etwas müde geworden, aber ich möchte diese Tindersticksmomente nicht vergessen. Deshalb bin ich froh über einen Relaunch.


Across Six Leap Years

David Grubbs – The Plain Where The Palace Stood
David Grubbs ist so ein wenig das ungeliebte Kind des Postrock, scheint mir. Während man Jim O’Rourke immer wieder mal in größeren Kontexten wahrnehmen kann, hat sich ersterer in einer Art orthodoxe Gitarrenreligion zurückgezogen. Weder Jazz noch Folk wird hier herumgezupft, daß es scheppert. Ich hatte ihn auch bis zu dieser LP völlig aus den Augen verloren und war erstaunt, daß er die Möglichkeiten von Gastr del Sol zwar nicht besonders, aber doch weiter entwickeln konnte.


The Plain Where The Palace Stood Download

DJ Koze – Amygdala
Auch wenn ich den 135.000 ndsten Knef- Remix bereits hörte, kann ich den hier doch wieder ganz gut ab. Koze ist ja sowas wie das Zentrum einer deutschen Clubszenerie, und so macht es Sinn ein paar seiner Freunde auf dem Album auch entdecken zu dürfen. Allen voran die ganz wunderbare Ada. Da ist die Wartezeit auf ein Album von ihr ein wenig weniger schmerzhaft.


Amygdala (Limited Vinyl, mp3, Bonus 7”)

Burnt Friedman & Jaki Liebezeit – Secret Rhythms 5
Warum ich Jaki Liebezeit immer wieder verpasst habe – sei es nun mit Markus Schmickler oder mit Irmin Schmidt und den anderen im Gespräch – ich weiß es nicht. Eher aus Zufall fand ich dieses Album als aktuelle Arbeit von ihm und war erstaunt, wie offen das System Liebezeit offensichtlich ist. Eine gewisse technische, detailverliebte Gediegenheit kann man dem wohl nicht absprechen, aber das Soundtrackhafte der Rhythmik erzählt seine eigene Geschichte.


Secret Rhythms 5 Download

The Men – New Moon
Traurig, weil mittlerweile keine existierende Band mehr. Ich mochte ihr letztes Album.

Grouper – The man who died in his Boat
Frauenstimmen, in Hall getaucht, dazu eine etwas blutleere Akkustische, sich überlagernde Feedbackschleifen und irgendwann weiß man auch nicht mehr, was Stimme und was Instrument ist. Dazwischen perlende Pianos, übersteuert und, natürlich völlig verrauscht und verhallt. Das klingt, während ich das so schreibe, nach einem recht einfachen Konzept. Und das ist es wohl auch. Aber es funktioniert.


The Man Who Died in His Boat

Ryan Teague – Field Drawings
Steve Reich und Michael Nyman feiern hier ein bisschen Ringelreihen. Ungemein durige Flächen mit vereinten Klöppelinstrumenten garniert. Und zwar sind da alle – von Marimba, über das gemeine Glockenspiel bis hin zu Xylophon und Kinderklavier. Und damit hat mich dieser Kindergeburtstag natürlich. Und wenn dann noch ein gefaktes Streichquartett einsetzt, bin ich ganz gefangen von dieser extrem poppigen minimal music und überlege angestrengt, in welcher Art Film ich das hier als Score benutzen könnte.


Field Drawings

Bonobo – The North Borders
Unglaublich schlau gesamplete, feingliedrige Rhythmik. Streichelnde Streicher; Eine vorsichtig sich herantastende Soulstimme, zart aber bestimmt. Der Score zum Bahnfahren. Ein weiches Saxophon deutet sich an und verlässt sofort die Szenerie um dann wieder mit Taschenspielertricks aufzutrumpfen. Das Songwriting ist extrem Flächig angelegt und es gibt kaum einen Track auf dem Album, der sowas wie einen deutlichen Climax hätte. Aber die Klangfarben sind so kunstvoll und fein ineinandergewebt, daß man es kaum aushält.


The North Borders (Vinyl+mp3)

Christine Owman – Little Beast
Schwarzkittelfolk. Hätte nicht gedacht, daß ich auf sowas mal so abfahren kann, aber auf dem letzten Orange Blossom Special spielte die blonde, barfüßige Schönheit mitsamt singender Säge und Cello auf und ich kaufte begeistert das Album. Dabei ist das Duett mit Mark Lanegan, das als Single mitsamt Video ausgestattet wurde, eher ärgerlich, weil hier eher von ihrer teilweise beängstigenden Hingabe abgelenkt wird.
Little Beast Download

Junip – Junip
Die Umsetzung von José Gonzáls Songideen mit Band ist genau das: die Umsetzung seiner Songideen mit Band. Die bräuchte er eigentlich nicht wirklich, aber die Instrumentierung erscheint gelungen und es sind immer noch seine Songideen. Und daher wertvoll.


Junip Download

Murder by Death – Bitter Drink, Bitter Moon
Auch auf dem Orange Blossom entdeckt. Wobei das natürlich nichts heißt, da Adam Turla dort bereits ein recht guter Bekannter war. Was soll ich sagen- das ist halt so countryesker, amerikanischer Indierock wie er schon in der Bibel steht. (Anm. Sub_Kid: Der war gut!!!) Die alte Geschichte wird nämlich dann immer wieder interessant, wenn sie gut erzählt wird.
Bitter Drink Bitter Moon

The Bug – Filthy
Ganz schön böse. Dancehall aus den Tiefen Londons. Der Bass so hypnotisch, daß du nicht genug haben kannst. Man muss aufpassen, daß man nicht kaputtgewummert wird!


Filthy (2×10” Vinyl)

Mikal Cronin – MCII
Eine recht nette Sommersonnenplatten, die hier für so unverfängliche Situationen wie Frühstück und Autofahren benutzt wurde. Nett. Im besten Wortsinn.


McII Download

Polvo – Siberia
Leider ist dieses Comeback etwas unmutig produziert worden, finde ich. Das hätte um ein wesentliches an Mehr knallen können. Dabei sind die Songideen auf dem Album wirklich gut und ich möchte diese Band nicht in meiner Bestenliste missen.


Siberia [Vinyl]

James Blake – Overgrown
Tja, da ist der junge Mann wohl vor eine offene Tür eingelaufen. Auch wenn er hier mit Majordeal und der eigenen Unzufriedenheit nicht wirklich punkten kann – ich hab das Album doch recht gerne gehört.
Overgrown

Musik von gestern: Desto

Zugegeben: Ich komme nicht mehr so richtig zum Bloggen und überlasse es lieber meinem last.fm-widget die neueste Musik zu teilen. Was soll man auch groß zu neuen Releases schreiben, wenn man kein Vollzeitnerd von tinymixtapes.com oder pitchfork ist?

Da ich aber trotzdem hin und wieder neue Musik entdecke und die dann – sowie diesen Künstler – auf einem Parkplatz in Córdoba lieben lerne und wiederum zwei Monate später erst die Zeit finde das dann auch zu bloggen gibt es nun die neue Rubrik #yesterdaysmusic oder auch Musik von gestern.

Passend zur Rubrik ist auch das Video zum dem folgenden Tune echt einfallsloses 90er-Jahre-Tiefgaragen-Hangout. Ganz anders der Sound des finnischen Produzenten Desto. Intelligente Bassmusic mit echt innovativem Vocalprocessing. Ein zerhackter Grime-Rap springt einen – in verschiedene Frequenzbänder zerlegt – aus dem Stereospektrum an wie ein Karnickel auf Poppers. Yeah!


Mehr von Desto gibt es in diesem Electronic Explorations Mix, der meines Wissen das Album Emptier Streets in seiner ganze Stilbandbreite wiedergibt.–

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Download (right click download ihr #honks)

#yesterdaysmusic

testcard #23 – Transzendenz

Heute erscheint die dreiundzwanzigste Ausgabe der testcard. Ich habe einen Text über die Avantgarde-Trash-Ephemera Vaporwave geschrieben, mit dem Titel “Was soll denn eigentlich verschwunden sein – Vaporwave und die Leere hinter der Oberfläche”. Wer Vaporwave nicht kennt, für den gibt es dieses schöne Video zu Einführung:


Und wer oder was ist testcard?

»testcard«, Anthologie zur Popkultur und Popgeschichte, hat sich als in dieser Form einzigartige Buchreihe etabliert. Für »testcard« schreiben führende Kulturwissenschaftler_innen und Journalist_innen aus dem In- und Ausland. Die Beiträge zu Popmusik, Film, Kunst und Gesellschaft stehen in der Tradition der Cultural Studies. »testcard« bildet eine Plattform für Themen und Meinungen, die sich in den Mainstream-Medien kaum mehr finden.

Die Ausgabe kann hier oder über den folgenden Link bestellt werden:
testcard Beiträge zur Popgeschichte #23: Transzendenz – Ausweg, Fluchtweg, Holzweg?

Recht auf Remix – Remixer #16

Ein kleines Interview mit mir über “Beat Dis” von Bomb The Bass, kreatives Sampling, die Webserie Collage culturel, die Bagatellschranke und die generelle rechtliche Problematik von Remixen findet sich auf rechtaufremix.org.


Ein kleiner Ausschnitt:

Ich mache ja viele meiner Projekte deswegen, um ein Thema für mich abzuhandeln. Ende der Nuller-Jahre hatte das Thema Sampling einen Punkt erreicht, an dem eigentlich alle ästhetischen Möglichkeiten ausgereizt waren. Es war omnipräsent und hatte sich so tief in die DNA der Popmusik eingegraben, dass es fast nicht mehr wahrnehmbar war. Nicht auszudenken, dass es Ende der 1980er mal ein Skandal war, dass die “Sängerin” von Black Box auf “Ride On Time” gar nicht selber gesungen hatte. Dabei waren die Loleatta Holloway-Samples für jeden offensichtlich, der sich ein wenig mit Musik auskannte.

Mehr hier

Rave Generator – Old School Fun (Repost)

Get Down To The Oldschool Rave Sound!

Hier gibt es ein Shockwave-Widget, dass dem ewigen Early-Nineties-Rave-Epigonen die Rückkehr in die Zeit von Amen-Breakz, Altern-8, Bizarre Inc. oder Liquid‘s Sweet Harmony erlaubt.

Rave On!

Billy Daniel Bunter – My Journey Through Music

Music Lover aufgepasst. Mein Lieblingsselector und Halbmarathon-Begleitsoundtrack-DJ Billy Daniel Bunter hat seine lebenslange (38jährige) Liebe zur Musik in einem sechsstündigen Mix dokumentiert.

Das Timetable folgt dabei einer chronologisch-autobiografischen Entwicklung:

1st hour – All my influences!
2nd Hour – 88/89/90 Hip Hop, Hip House, Acid House & Warehouse Anthems!
3rd Hour – 90/91 Labrynth/2000AD 12 Dalston Lane Selection!
4th Hour – 92 to 94 & Breaks Rave Mash Up!
5th Hour – Darkside 93!
6th Hour – Jungle. Past, Present, Future!

Kurz: Alle meine Favourites…

Im Mix finden sich: Diana Ross & The Supremes, Africa Bambaataa & The Soul Sonic Force, Run DMC, Public Enemy, EPMD, Rob Base & DJ EZ Rock, Lynn Collins, Mr Fingers, Dynamix 2, Todd Terry, Tyree, Jungle Brothers, Fast Eddie, Model 500, Joey Beltram, LFO, One Tribe, Mentasm, Rebel MC, The Scientist, Liquid, SL2, Prodigy, Vibes and Wishdokta, 4 Hero, Nasty Habits, DJ Hype etc.

All Killers no Fillers! Have Fun!

Every Monday on Kool London

TrackList:

UB40 – Dont let it pass you by
Diana Ross & The Supremes – Cant shake it loose
The Fantastic Aleems ft Leroy Burgess – Release Yourself
Africa Bambaataa & The Soul Sonic Force – Planet Rock
Run DMC – Sucker MC’s
The B Boys – Girls
Milton Wright – Keep It Up
Tenor Saw & General Doggie – Chill Out, Chill Out
George Clinton – Atomic Dog
Public Enemy – Public Enemy No 1
EPMD – You gots to chill
Rob Base & DJ EZ Rock – It takes two
Lynn Collins – Think
James Brown – Give it up, Turn it loose
The Winstons – Amen Brother
Frankie Knuckles ft Jamie Principle – Your Love
Mr Fingers – Can you feel it
King B – Back by dope demand
Roxanne Shante – Go Girl
Young MC – Know How
Chubb Rock – Treat em right
Dynamix 2 – Just give the dj a break
Moody Boys – Funky Zulu
Frankie Bones – Funky acid makosa
Renegade Soundwave – Ozone Breakdown
Quartz – Meltdown
Black Riot – A day in the life
Loony Tunes – Just as long as I got you
Loose Bruce – Feeling Moody
Tony Scott – Thats how im living
Renegade Soundwave – The Phantom
Landlord – I like it
Unique 3 – The Theme
Orbital – Chime
Todd Terry – In the name of love
Tyree – Turn up the bass
Jungle Brothers meets Richie Rich – I’ll house you
Fall Out – The morning after
Raven Maize – Forever Together
The Beat Club – Security
Fast Eddie & Sundance – Git up (Get on up)
Fast Eddie – Yo yo get funky
Fast Eddie – My Melody
Maurice Joshua & Hot Hands Hula – Feel the mood
Robin Wants Revenge
Da Posse – Its my life
Jungle Crew – Electric Dance
Model 500 – The Chase
Silver Bullet – 20 seconds to comply
Thompson Twins – Come Inside
Robert Owens – I’ll be your friend
DJ’s Rule – Get Into the music
MK – Feel the fire
Arthur Baker and the Backbeat Disciples Ft. Robert Owens – Silly Games
Joey Beltram – Energy Flash
A Homeboy, a Hippie & a Funki Dred – Total Confusion
Alex Lee – Take It
Underground Solution – Luv’ Dancin’
LFO – LFO
N Joi – Techno Gangsters
One Tribe – What have you done
Djum Djum – Difference
Earth People – Dance
Pin Up Girls – Take Me Away
Cybersonik – Technarchy
M1 – Feel the Drums
Lost – The Gonzo
Meat Beat Manifesto – Babylon
Da Juice – Cmon Cmon
Mentasm – Second Phase
Nicolette – School of the world
Rabbit City 1 – The Cutter
Eon – The Spice
Geneside 2 – Narra Mind
Rebel MC – Wickedest Sound
Shut up & Dance – Lamborghini
Rabbit City 3 – Digital Domain
Shades Of Rhythm – Homocide
The Scientist – Exorcist
Mark One – Hoovers and Spraycans
Dragon Fly – Visions of rage
Collete – Loverman
MTS – Used to know
Omer and Crooks – Time Rock
Dr, Skeme, Kick and Froggy – New Science
2 X treme – Unknown
2 Bad Mice – Hold it Down
Mad Ragga Jon – So Good
Ratpack – Rizla (Bunter Special)
Liquid – Sweet Harmony (Billy Daniel Bunter & Slipmatt Remix)
SL2 – On a Ragga Tip (Rave Breaks Remix)
Kicks Like a Mule – The Bouncer (Billy Daniel Bunter and Shimano Remix)
Prodigy – Out of Space (Billy Daniel Bunter and Slipmatt Remix)
Billy Daniel Bunter and Sanxion meet Vinyl Junkie – Ode to the Badman
Edge#1 (Billy Daniel Bunter and Slipmatt Remix)
Urban Hype – I feel the heat (Billy Daniel Bunter & Slipmatt Remix)
Billy Daniel Bunter & Sanxion meets $pyda – Jump Around
Top Buzz – Living in Darkness
Dave Charlesworth – Energizer Vol 2
Vibes and Wishdokta – Obsession (Peacemaker Remix)
Krome and Time – Licence (Billy Daniel Bunter and Sanxion Remix)
DJ Solo – Axis
Krome and Time – The Slammer
Phuture Assasins – Roots ‘n’ Future
Fat Controller – In complete Darkness
SMD 2
Billy Daniel Bunter & JDS – Let it lift you (Vibes and Wishdokta Remix)
Just Another Artist – Rhythm (Billy Daniel Bunter and JDS remix)
Different Vibe – Can you feel it
4 Hero – Journey from the light
Young Head – Bad Bad man
Nasty Habits – Dark Angel
Rufige Kru – Ghost of my life
Delirium – Days of our lives
Tom & Jerry – We Can Be Free
Defender – Feel it (Bass)
Chaos and Julia Set – Fear of the future
DMS – Mindwreck
DJ Hype – Shot in the dark
Lemon D – Something I feel
Lemon D – Toxic Rhythm
Tango – Future Followers
On Remand – My All
FBD Project – The Core
DJ Spinback – In Effect
Skanna – Unknown
Warped Kore – The Power
Invisible Man – The Beginning
Metal Heads – Terminator
Skanna – Until the night is morning
The vice squad – On the edge
Studio Pressure – Presha III
Bizzy B – Dubplate Wars
Bizzy B – Twisted Mentasm
Bizzy B – Revolution
London Something – Worries in the Dance
Marvellous Cain – Dubplate Style
King of the Jungle – Bad boy tune
Congo Natty – Fever
Rude Bwoy Monty – Out in da streets
DJ Rap – Intelligent Woman
Skeng Gee – Connections
DJ Dextrous and H Pee – Hot Flame
DJ Dextrous – Time to move
Ninja Man – Jungle Move
Shabba Ranks – Lets get it on
Marvellous Cain – Hitman
Remarc – R.I.P.
Frankie Paul and Buju Banton – Bring Yuh Body
Congo Natty ft Top Cat – Original Sess
Billy Daniel Bunter, Uncle Dugs, Sanxion Meets $pyda – Tra La La La La
Marcus Visionary Ft Pad Anthony & Robert Levy – Killing Season
Marcus Visionary ft Bandit Emcee – Sound dead tonight
Billy Daniel Bunter, Rassterlin, SMK & Daddy Freddy – Untitled
Billy Daniel Bunter and Hattrix meet Ragga Twinz – Killa Sound
The Dream Team – Stamina (Billy Daniel Bunter and Slipmatt Remix)
Benny Page and Pyscho Fraud – Perdominent
Serum and David Boomah – Sound Boy Robber

Return of the Rumpelhouse: Omar-S & Kyle Hall

Als alter Chicago House/Detroit Techno-Veteran (DJ International, Trax Records, Dance Mania, Cajual, Relief, Transmat, Radikal Fear etc.) freue ich mich natürlich, wenn der Sound der Kindheit und Jugend von alten und neuen Helden abgefeiert wird. Wenn es rumpelt und scheppert, klare Bassdrums auf dreckige Discosamples treffen und die Bassline das Frühstück in trapezförmigen Trajektorien durch die Eingeweide zucken lässt, dann riecht es nach feuchten Kellerpartys auf der Chicago-Detroit-Berlin-Achse.

Der XLR8R-Podcast feiert seinen zwanzigsten Geburtstag mit einem Mix von Omar-S, dem Vertreter der Next Generation aus Detroit. Omar-S mixt “upbeat house and electro from the ’80s and early ’90s” in einem rauhen Flow.

Tracklist:

01 Phyllis Nelson “I Like You” (Carrere)
02 Change “The End” (Warner Bros.)
03 Trey Lorenz “Photograph of Mary (Bass Hit Dub)” (Epic)
04 Grampa “She’s Crazy (Cyanide Mix)” (Movin’)
05 Proffessor Traxx “The Move Traxx” (Radikal Fear)
06 Housemaster Baldwin feat. Paris Grey “Don’t Leave Me (Mike’s Remix)” (Future Sound R&R)
07 Rickster “Night Moves (Radio Mix)” (Sound Pak)
08 The Reese Project “The Colour of Love” (Giant)
09 Candy J “Somethings They Never Change (Dub Train Mix)” (Hot Mix 5)
10 Alisha “All Night Passion” (Vanguard)
11 DJ Blend “DJ Blend Detroit” (FXHE)
12 Jamie Principle “Waiting on My Angel (Instrumental Dub-Mix)” (ZYX)
13 Yaz “Don’t Go (Re-Re-Mix)” (Mute)
14 Daniel Wang “Echo by Midnight” (Basenotic)

Kyle Hall ist erst 23 Jahre alt, klingt aber wie ein ganz Großer. Sein Mix mit freshem Stuff bildet die perfekte Ergänzung zur Geschichtsstunde von Omar-S, der natürlich auch ein Mentor für ihn war, genau wie Rick Wilhite und Mike Huckaby. Über den Mix sagt Kyle selbst:

I recorded the mix to cassette because I felt like a lot of the music on the mix embodied the feelings of a time period when tape was the main format people used to listen. Plus I just think the sound of tape saturating is really nice. So I named the mix “Be Kind Rewind.
Kyle Hall

Tracklist:

Glenn Underground – Israelee Night Falls
Pepe Bradock – @ The Stanley
Lubin – Monotuber – Kimochi
Gifted & Blessed – The Dreamer – Gifted & Blessed
H – Fusion – Eradicate Me – Fit
Robert Hood – Power To Prophet – M Plant
Greg Beato – Respect the 78 – (unreleased) Apron
Crash Course In Science – Flying Turns (J. Rocc Edit) – Stones Throw
Funkinevil – Ignorant – (unreleased) Wild Oats
Metro – Brownstone Express – Nu Groove
Dam Funk – New Knock – Stones Throw
Kyle Hall – H Bomb – (Unreleased) Wild Oats
MGUN aka Savant – Frag – (Unreleased) ?
Funkineven – Beat Tunnel (Unreleased) Apron
7 Davis Jr. – Thanks – Brownswood Recordings
Funkinevil – In the Grid – (Unreleased) Wild Oats

Favorite Novelling Music: INTERNET CLUB – Redefining the Workplace

Lange nichts gebloggt. Das liegt an den vielen Projekten auf anderen virtuellen und realen Baustellen. Eine davon ist das mehrfach jährlich stattfindene Camp NaNoWriMo, in dem es darum geht in einem Monat eine Rohfassung für einen Roman zu schreiben. Da bin ich gerade dran und da gute Musik ja bekanntlich alle Schreibblockaden transzendiert, möchte ich heute ein Album empfehlen, dass von einem mysteriösen texanischen Produzenten unter dem Pseudonym INTERNET CLUB (auch ECCO UNLIMITED, datavis oder Wakesleep) produziert wurde: Redefining the Workplace

INTERNET CLUB ist einer der bekannteren Protagonisten der Vaporwave-Szene, die, neben vielem räudig geloopten Schrott, auch großartige Momente hervorbringt. INTERNET CLUB durchsucht die Datenhalden des Internet nach dem Material für seine Edits und produziert eine bandpassgefilterte, geloopte und mit Reverb, Echo und Störeffekten bearbeitete Version der Musik, die für gewöhnlich in Telefon-Warteschleifen, Imagevideos, Flughafen-Lounges und Zahnarztpraxen vor sich hin dudelt und die irgendwie „Internet“ ist. Sie klingt abgehoben, seltsam körperlos, nach der grenzenlosen Leere, die sich hinter einer hochglanzpolierten Oberfläche verbirgt.

Mein Lieblingsalbum von INTERNET CLUB ist Redefining the Workplace, eine Art Konzeptalbum, dass sich – zumindest in den Tracktiteln (#SEO, TIPS AND TRICKS FOR THE NEW WEB MARKETER, 110%) – mit den Veränderungen in der schönen neuen immateriellen oder kybernetischen Arbeitswelt auseinandersetzt. Keine Ahnung welches Ausgangsmaterial Will Burnett da für seine Jams benutzt hat, aber mindestens die ersten vier Tracks des Albums sind der Hammer und inspirieren mich immer wieder.

Download: Redefining the Workplace

Alle Alben von INTERNET CLUB sind hier zum freien Download erhältlich.

Weitere Anspieltipps: Dreams 3D, Vanishing Visions, Underwater Mirage

In der Sommer-Ausgabe der testcard folgt ein ausführlicher Artikel über Vaporwave.

Senefelder Platz gets the Ableton Treatment

Gestern machte mich eine Freundin auf dieses wunderbare kleine Experiment aufmerksam, das aus einer scheinbar kleinen konzeptionellen Idee ein Video von bestechender Schönheit kreiert.

Ich wünsche mir eine ganze U-Bahn-Symphonie nach diesem Muster. Und die Tracks der LP heißen dann U2 (Senefelder Platz 2. Movement), U8, U9 und so weiter…

Video by Arto Ushan

Track des Tages: Wasserstoff – The Wicked Man

Und schon wieder eine internationale Kollaboration des umtriebigen Sounddesigners und Dubstep-Produzenten Wasserstoff.

Diesmal kollaboriert er – im Rahmen der Serie DIE ANGST EIN MENSCH ZU SEIN / THE FEAR OF BEING HUMAN – mit der Ciafrica-Crew aus Treichville, Abidjan im Süden der Elfenbeinküste. Ciafrica besteht aus Manusa, den Messengers Ange und Salem, Barboza, Nasty, Prince Abraham und MC Eureka.

Auf einer leicht distorteten Bassline und einem knarztrockenen Rhythmusgerüst spucken Ciafrica ihre Raps, die von der sozialen Realität, der politischen Gewalt und den täglichen Problemen im modernen Afrika erzählen.


Download The Wicked Man

Der erste Teil der Serie war übrigens der Grime-Track Hipstep, den es hier zum Download gibt.