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»Magnetismus des Bösen« in Lettre International 116

Ein tolles Interview von Frank M. Raddatz mit dem Autor und Regisseur Oskar Roehler findet sich in Lettre 116. Dabei attestiert Oskar Roehler der Meinungselite von TV und unseriösen Zeitungen eine Selbstgefälligkeit und Langeweile, die daher komme, dass ihre Vertreter »(…) aus Lehrer-, Pfarrers- und Beamtenfamilien oder aus vergleichbar realitätsfernen Veranstaltungen kommen (…)«

In einer schönen Passage sagt Roehler:

»Die Nachrichtensprecher im Fernsehen produzieren zum Beispiel häufig Versprecher und Wortverdreher, weil sie nicht bei der Sache sind, während sie ihre Sätze und Fragen vom Teleprompter ablesen. Sie denken an etwa anderes, haben vielleicht Medikamente genommen. Diese öffentlich agierenden Figuren haben zwar keinerlei Interessenkonflikt, aber sie stehen da wie Pappkameraden vor einer Kulisse und sind vor allem damit beschäftigt ihre Karriere voranzutreiben oder ihrem Hedonismus frönen zu könne.«

Alles sehr deutlich, sehr streitbar und auf jeden Fall höchst lesenswert. Bei mir hat Oskar Roehler auf jeden Fall Punkte gewonnen, auch wenn er an mancher Stelle noch recht unscharf oder simplifizierend argumentiert.

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Aus dem Notizbuch (01/12/2012): Walter Wüllenweber – Die Asozialen

»Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.«

Heute musste ich an Walter Wüllenweber denken. Wüllenweber ist so ein Stern-Journalist, der ein Buch geschrieben hat, mit dem Titel »Die Asozialen«. Nicht nur, dass der Titel von plakativster Blödheit ist, nein, auch der Inhalt ist es. Wüllenweber, der momentan von einer Talkshow zur nächsten weitergereicht wird, versteht sich als Anwalt der Bürger, oder der – wie er sie zur Tarnung nennt – Mittelschicht. Seine These: Arm und Reich beuten die Mittelschicht aus. Die Mittelschicht arbeitet brav, die Reichen leben asozial von den Früchten ihrer Erbschaft und die Armen greifen via Wohlfahrtsindustrie und Hartz-IV in die Taschen der Arbeitenden.

Man muss sich das so vorstellen: Ein Walter Wüllenweber macht sich Gedanken über die Welt und zwar so wie das ein Stern-Journalist tut: Kurz hingucken, auf Sensationspotential abklopfen und dann das Hirnstübchen lüften und einen Moment spekulieren.

Dann kommt man auf die Grundthese: Mit mir, dem Bürger, ist doch alles in Ordnung. Ich arbeite brav und lasse mir nichts zuschulden kommen. Warum gibt es dann trotzdem Probleme? Krisen und so? Na klar, da gibt es ja die Reichen, die es schon immer gut gehabt haben und asozial in grenzenloser Dekadenz leben. Und die Armen, für die ich immer spenden soll und soviele Steuern zahle. Das muss man doch sehen. Da schreib ich jetzt ein Buch.
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Yanis Varoufakis und der Wahlkampf in Spanien

Hierzulande befasst sich seit Sonntag alle Welt mit dem Mittelfinger von Yanis Varoufakis.

Dass das ganze Gerede über den Mittelfinger nur die viel dringendere Debatte über die Zukunft der Eurozone und die Sinnhaftigkeit der Austeritätspolitik verschleppt … geschenkt. Doch auch in anderen Ländern läuft die Verunglimpfungskampagne in der Schmierenpresse auf Hochtouren. Die rechtskonservative spanische Zeitung ABC hat knallhart folgendes recherchiert:



via

(Übers.: So lebt der Populismus – Der griechische Minister residiert in einer gutbürgerlichen Wohnung am Fuße der Akropolis und verfügt auch noch über eine andere Wohnung auf einer Insel)
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Angst vor dem Schreibroboter

»Wie wahrscheinlich ist es, dass Journalisten durch Roboter ersetzt werden?«

So teasert der XING-Newsletter heute einen Artikel auf sueddeutsche.de an. Das interessiert mich natürlich. Das ist eine ernsthafte Frage, die mich seit längerem beschäftigt. Habe dazu ein paar Bücher von AI-Forschern gelesen und mir Gedanken über Softwarehersteller wie Narrative Science, Automated Insights und dem deutschen Experiment text-on gemacht. Umso neugieriger war ich darauf, was Alpha-Journalisten da so zusammengetragen haben:
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Wahre Worte (IV) – Die Selbstdarstellung des Journalismus

Allerortens kann man derzeit lesen, dass der Journalist zu einer Marke werden soll. »Im Ausland sind Journalisten Menschenmarken«, schreibt Susann Hoffmann in ihren 6 Thesen zur Zukunft des Journalismus. »Weil Inhalte so authentisch werden und Journalismus auch fern des reinen Nachrichtenwerts erlebbar wird.«
Und natürlich weiß ich vom TV, dass jeder Jungreporter sich so schnell wie möglich vor die Kamera schummelt, um ein »Gesicht zu bekommen« und alsbald ein Starjournalist zu werden.
Wie sich junge Journalisten selbst sehen, illustriert z.B. dieses Foto auf der Seite blick-aktuell.de:

Steffi-Fetz-l-und-Lisa-Altmeier-interviewten-Naim-an-der-65725

Der Interviewpartner ist sitzend an den rechten Bildrand gedrängt, während die Journalistinnen und ihre Arbeit deutlich im Vordergrund stehen. Man kann es den jungen Journalistinnen kaum verübeln sich zu inszenieren um aus der Masse herauszustechen. In Zeiten in denen der »Content« austauschbar ist – und die AutorInnen letztendlich auch – machen es die Großen ja vor.

Matthias Dell hat in der aktuellen Ausgabe des Merkur anhand eines Fotos im Spiegel – auf dem das Ehepaar Harpprecht und die Spiegel-Redakteure Doerry und Fleischhauer zu sehen sind – anschaulich illustriert, wie Selbstdarstellungs-Journalismus funktioniert.

»Das Bild sagt (…) mit einem gewissen Stolz, dass Spiegel-Redakteure Zugang haben zu einer bekannten Figur wie Klaus Harpprecht (…). Das Foto, das Journalisten bei der Arbeit zeigen soll, ist tatsächlich der einzige Grund dafür, dass man sich diese überhaupt gemacht hat.«

Denn:

»Journalistisch mutet es fast parodistisch an, jemanden im Moment des Erscheinens seiner Lebensgeschichte zum großen Gespräch über sein Leben zu bitten.«

Bei BuzzFeed erzielt man damit jedenfalls keine Clickerfolge. So ist, so Dell, »das Pimpen des Arrangements durch Entsendung namhafter Fragesteller in die schöne Ferne des Mittelmeers nur konsequent – am Telefon eingeholt und ohne das atmosphärisch beflügelnde Setting aufbereitet (…), hätte der Gehalt der Geschichte noch dürftiger gewirkt.«

Hier wird schön deutlich, wieviel ökonomisches und symbolisches Kapital gestemmt wird, um eine Story als mehr erscheinen zu lassen als sie ist. Um den »Content« aus der Hölle der redundanten Beliebigkeit zu retten.

»Die Verunsicherung über den eigenen Status bekämpft ein solcher Journalismus durch den bewundernden Blick nach oben.«

Und Journalisten, die überhaupt noch Geld mit ihrer Arbeit verdienen wollen, müssen zu Starjournalisten werden, damit sie von den Harpprechts »Kaffee und Kuchen« serviert bekommen und »über den feuchten Sommer an der Côte d‘ Azur« parlieren können. In Zeiten ökonomischer Krisen und der Entwertung immaterieller Güter bleibt es einer kleinen Gruppe von Star-Arbeitern vorbehalten etwas Geld zu verdienen und die anderen lassen sich auf dem (statistisch wenig wahrscheinlichen) Weg dahin mit Pfennigbeträgen abspeisen. Dass es Susann Hoffmann und anderen da als clever erscheint Ego-Branding zu betreiben ist zwar folgerichtig, aber angesichts der Herrscharen von nach Aufmerksamkeit gierenden Prosumern wenig aussichtsreich.

»Die Stars sind da, um unterschiedliche Typen von Lebensstilen und Gesellschaftsauffassungen darzustellen, denen es global zu wirken freisteht. Sie verkörpern das unzugängliche Resultat der gesellschaftlichen Arbeit, indem sie Nebenprodukte dieser Arbeit mimen, die als deren Zweck magisch über sie erhoben werden: die Macht und die Ferien, die Entscheidung und der Konsum (…)«

(Guy Debord: Die Gesellschaft des Spektakels. Berlin: Edition TIAMAT 1996)

Wäre es da nicht intelligenter faire Arbeitsbedingungen für saubere Recherche und qualitativ hochwertigen Journalismus zu fordern, als Star-Images von sich selber im Internet zirkulieren zu lassen? Im Zeitalter der Star-Arbeiter wohl nicht …


MERKUR

Auch zum Thema:
Der Ausverkauf des Journalismus
Der Niedergang des Journalismus
Der Autor im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Artifical Scarcity In A World Of Overproduction

My Tiny Daily Networking
ennomane.de (Amen to that!), spiegel.de (The topic not the medium!)

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Wahre Worte (III) – Der Ausverkauf des Journalismus

Die Debatte über den Niedergang des Journalismus geht weiter:

Als wolle er Wolf Reiser (siehe letzte Wahre Worte) implizit Recht geben, äußerte sich Richard Edelman, der Chef der PR-Agentur Edelman, in einem Interview mit meedia.de über das »gesunkenen Vertrauen der Menschen in die Medien und den massiven Sparprogrammen, die viele Verlage fahren«.

»Heute hat keiner mehr Zeit, eine Story richtig zu recherchieren. Der Druck – auch der zeitliche – ist so groß, dass alles sofort veröffentlicht werden muss.«

Das sieht ja nun auch der PR-Verächter Wolf Rieser so, nur hat Richard Edelman eine verblüffende Antwort auf dieses komplexe Problem. Auf die Frage ob klassische Medien wieder mehr Qualität liefern müssten, antwortet er konsiz:

»Ja und schauen, dass sie wieder Anschluss an Facebook, Buzzfeed und Co. finden. Gute Geschichten lassen sich auch kurz und emotional erzählen.«

Oh no, he didn’t? Die Menschen, so Edelman weiter, hätten nämlich das Vertrauen in die mediale Berichterstattung verloren.

»Wir hatten drei große Flugzeugabstürze. Die Situation in der Ukraine, die Ebola-Epidemie oder auch den Sony-Hack. In allen diesen Krisen wurde völlig falsch kommuniziert. Nehmen wir das Beispiel Sony-Hack. Erst wird der Fall runtergebauscht, dann will Sony aus Angst den Film nicht mehr zeigen, die Politik macht ihn wiederum zu einem Symbol der Freiheit und dann kommt er doch in die Kinos. Die Regierung und Sony als Unternehmen haben jeweils völlig unterschiedliche Signale und Einschätzungen abgegeben und gesendet. Jetzt frage ich Sie: Wem soll man dann noch trauen?«

Mein Vorschlag wäre BuzzFeed … denn der sich überschlagende, halb-anrecherchierte Ranking- und „US-Wissenschaftler haben herausgefunden“-Journalismus hat natürlich nichts mit der Übertaktung der PageImpression-fixierten Online-Medienhysterie zu tun, nicht wahr?
Edelman ist wohl von Berufs wegen so daran gewöhnt Dampf zu plaudern, das ihm offensichtliche Widersprüche gar nicht mehr auffallen.

»Noch vor wenigen Jahren bestand unsere Aufgabe darin im Auftrag einer Firma das Telefon in die Hand zu nehmen, einen Journalisten anzurufen und ihn mit bestimmten Informationen zu versorgen. Heute produzieren wir ganze Geschichten, kümmern uns um Bilder, Videos. Wir sind zu digitalen Geschichtenerzähler geworden.«

Ja, die Übernahme der vierten Gewalt durch PR-Agenturen kann man natürlich auch positiv sehen. Und das dem MEEDIA-Redaktionsleiter Alexander Becker diese Anmaßung entweder gar nicht auffällt oder er es schlimmstenfalls genauso sieht, spricht auch irgendwie für Edelmans Vorschlag.

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Wahre Worte (II) – Der Niedergang des Journalismus

In der aktuellen Ausgabe der Lettre International findet sich ein fulminanter und dringend nötiger Abgesang auf den zeitgenössischen Journalismus:
Freiwild geschrieben vom Journalisten, Essayisten und Drehbuchautoren Wolf Reiser ist ein scharfzüngiges, analytisches und natürlich rasend polemisches Essay über alle, die sich heute Herausgeber, Redakteure und Journalisten schimpfen. Reiser erzählt:

»In jenen Jahren gelebter Berufung habe ich viel gesehen und viele Menschen getroffen: Boxweltmeister, Nobelpreisträger, Songwriter, Aidsforscher, Mafiakiller, Priester, Minister, Spione, Krankenpfleger, Vietnamveteranen, Bettler, Mörder, Kunstfälscher, Modemacher, Dynamitfischer, Putzfrauen. Ich habe für fast alle namhaften deutschsprachigen Magazine geschrieben.«

Doch dann kam der Bruch:

»… eine langsam erkaltende Liebe zwischen Verlag und Freelancern, Redakteuren und Autoren, Verlag und Redakteuren – eine schleichende Entfremdung, die Irritation, wachsendes Unbehagen im Tun, die Bestürzung und in Folge tapsige Versuche, die Bruchkante zu kitten.«

Ich habe den Artikel abwechselnd mit Schrecken, Schadenfreude und Kampfgeist gelesen. Denn auch wenn Reiser die Gründe für den Niedergang des grantig-eigensinnigen aber aufrichtigen Print- und TV-Personals der 1980er und 90er-Jahre nur anreißt, so lässt sich für uns – die jüngere Generation – doch eine mögliche Widerstandslinie erkennen. Denn das Ganze hatte durchaus ökonomische Gründe:

»Die Dotcomdekade machte den Neoliberalismus dann auf allen Ebenen salonfähig. Focus-Money machte deutschen Spießern Telekom-&-Infineon-Aktien schmackhaft oder listete die fünfzig besten Zahnärzte Bayerns auf. Das Ranking zog ein im deutschen Blätterhaus und PR-Agenturen diktierten nach und nach die Inhalte.«

Also werden wir besser alle Online-Journalisten, digitale Laptop-Rebellen?
Sascha Lobo – der stellvertretend für alle »Kapuzenjournalisten« ab und zu die Zukunft des Journalismus simulieren darf – kriegt gleich zweimal sein Fett weg. Und wenn ich meinen twitter-Feed und die Filmfestivals des letzten Jahres mal Revue passieren lasse, dann kriege ich auch langsam das Kotzen vor Anbiederei an Selbstoptimierung, Egobranding, Social-Media-Webinars und heftig.co-artiger Contentspammerei von einst geschätzten Medien.

Ich persönlich trete ja schon seit circa acht Jahren den Beweis an, dass man regelmäßig unter Ausschluss der Öffentlichkeit interessantes und musikalisches bloggen kann, ohne auch nur mal einen Kommentar zu bekommen. Ist es meine Schuld? Zu wenig SEO, Networking und Retargeting? Schlechte Landingpage, schlechter Schreibstil?

Wolf Reiser – verdienter Autor – berichtet:

»Wenn ich im Jahre 2014 (…) Redaktionen ein profund recherchiertes Thema, in dem bereits einige Vorarbeit enthalten ist, einreiche, folgt zumeist ein Warten ohne Ende. Denn auf 90 Prozent solcher Angebote folgt keine Antwort, keine Eingangsbestätigung, kein Dank, keinerlei Resonanz. Ich spreche hierbei von Themen, die maßgeschneidert sind für das jeweilige Medium und an Kollegen gerichtet, zu denen ein persönlicher Kontakt besteht. Ich spreche von Redaktionen, die einen guten Ruf haben und von denen Stil und Niveau erwartet werden kann: Zeit, FAZ, Welt, Stern, Spiegel, Capital, Feinschmecker, GQ, Wirtschaftswoche, NZ, DU, SZ, Geo, Merian.«

Die sind derweil mit ganz anderen Strategien beschäftigt:

»Im Zuge der karnevalisierten Selbstzerstörung präsentieren die Leitmedien ihre im Minutentakt aktualisierten Netzprodukte wie einen Kessel Buntes: schlampig recherchierte, vorschnell auf den Weg verschickte und albern tendenziöse Politnews mit Bild-affinen Appetizer-Aufmachern wechseln sich mit Lottozahlen, Diättips, Fußballgossip, Modelsex, Börsenlatein, Wetterkapriolen und Wallfahrtsreisen in die Mitte des Ichs ab.«

Und die junge Generation der Online-Journalisten, der Online-Petitionisten, die digitale Bohème, die Revolution des Journalismus 3.0?

»Nichts ist da zu sehen von digitalen Revoluzzern, zeitgeistigen Bastillestürmern oder mit allen Wassern gewaschenen Guerilla-Piraten. Es sind lediglich über elektronische Schrebergärten gebückte Spießbürger, über deren existentielle Unsichtbarkeit und Realitätsferne sich inzwischen schon konservative Hochschulprofessoren beschweren.«

Es lohnt sich den Artikel von Wolf Rieser zu lesen und sein eigenes Tun daraufhin zu reflektieren. Es wäre zu leicht ihn als aus der Mode gekommenen Anti-Imperialisten oder frustrierten Freelancer abzutun. Natürlich drängt sich ab und zu der Eindruck auf, hier erzähle einer von der »guten alten Zeit«, aber viele der Vorwürfe Reisers lassen sich nicht von der Hand weisen.

Was Rieser beschreibt ist ein objektiver Tatbestand und kollektives Schicksal zweier (oder dreier) Generationen von AutorInnen und wer glaubt diesem durch rasches avancieren zum Starjournalisten oder zumindest in die Festanstellung zu entgehen, der ist der kalifornischen Ideologie schon hoffnungslos verfallen.

LI107

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Der Autor im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit